Größter Buchverlag der Welt gegründet

Penguin Random House veröffentlicht jährlich 15.000 Titel

Das bekannte Logo der britischen Penguin-Bücher. (picture alliance / dpa / Tim Ireland)
Das bekannte Logo der britischen Penguin-Bücher. (picture alliance / dpa / Tim Ireland)

Die Fusion des Bertelsmann-Unternehmens Random House mit dem britischen Verlagshaus Pearson ist vollzogen. Die 250 Töchter des neuen Verlagsgiganten veröffentlichen so unterschiedliche Schriftsteller wie Nobelpreisträger Günter Grass und Bestseller-Autor Ken Follett.

Es ist ein historischer Tag für Bertelsmann. Vor 178 Jahren wurde das Gütersloher Medienunternehmen gegründet, jetzt wird es mit der Fusion mit Pearson zum größten Buchverlag der Welt – Name: Penguin Random House. Der englische Name steht vorne – und das, obwohl Bertelsmann mit 53 Prozent die Mehrheit an dem Unternehmen hält. Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe sagte, die Marke Penguin habe gerade im englischsprachigen Raum einen Bekanntheitsgrad von 70 Prozent. "Warum sollte der Name dann nicht vorne stehen?"

Die Penguin-Mutter Pearson hält 47 Prozent an dem neuen Verlag. Er umfasst alle Einheiten der bisherigen Töchter in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland sowie die in Asien und Südafrika – insgesamt 23 Länder.

Von Pamuk bis Follett

Der türkische Schriftsteller und Nobelpreisträger Orhan Pamuk vor der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin. (AP)Der türkische Schriftsteller und Nobelpreisträger Orhan Pamuk (AP)Der neue Verlag hat 250 Tochterunternehmen, die zusammen 15.000 neue Titel pro Jahr auf den Markt bringen. Mehr als 70 Nobelpreisträger stehen unter Vertrag, unter ihnen Günter Grass (1999), Orhan Pamuk (2006) und Mo Yan (2012), sowie Beststeller-Autoren wie Dan Brown, Patricia Cornwell, Ken Follett, John Updike und John Grisham.

Die beiden Verlagsteile sollen bis in drei Jahren integriert werden. "Hier haben wir keinen Zeitdruck", sagte Rabe. Vorstandsvorsitzender des neuen Großverlages ist Markus Dohle. Er führt fast 11.000 Mitarbeiter mit einem Umsatz von drei Milliarden Euro. Das deutsche Geschäft bleibt eigenständig. "Zusammen mit Random House Deutschland wäre unser Anteil einfach zu groß gewesen", sagte Rabe, "das konnte Pearson so nicht stemmen." Zwischen beiden Partnern sei für die Fusion kein Geld geflossen.

Mit Volldampf Richtung E-Book?

Im Oktober hatten Bertelsmann und Person ihre Verhandlungen bekannt gegeben. Damals hieß es, in dem neuen Unternehmen sollten die Verlage ihre Identität bewahren und ihre Bücher auch in Zukunft autonom publizieren können. Mit dem Zusammenschluss könnten die Bücher der Verlage weltweit noch effektiver verlegt werden, und das sowohl in traditionellen wie in digitalen Formaten. Der Wiener Buchmarkt-Experte Rüdiger Wischenbart sagte damals im Deutschlandradio Kultur, der neue Buchgigant werde mit "Volldampf in Richtung E-Book" und ins digitale Geschäft steuern.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr