Großes Austeilen am Aschermittwoch

Politischer Schlagabtausch im Superwahljahr

Politischer Aschermittwoch der CSU in Passau (AP)
Politischer Aschermittwoch der CSU in Passau (AP)

Kann das Nordlicht Steinbrück mehr Menschen ins Bierzelt locken als Platzhirsch Seehofer? Wem gelingt der deftigste rhetorische Coup? Die Parteien kommen heute zum traditionellen politischen Aschermittwoch zusammen.

Unter Marschmusikklängen zogen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber in die Passauer Dreiländerhalle ein. Parteichef Seehofer versprach bereits der "Passauer Neuen Presse", eine große Kontinuität deutlich zu machen: "Strauß-Stoiber-Seehofer." Franz Josef Strauß habe Bayern zum Industrieland gemacht, Stoiber zum Hightechland. Er selbst wolle es zum Land der Digitalisierung machen, so Seehofer.

Im benachbarten Vilshofen hat die SPD ein großes Bierzelt aufgebaut, das – darauf legen die Sozialdemokraten Wert – mehr Zuhörern Platz bietet als die CSU-Halle. Hier tritt Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf. Er verwies auf seine Erfahrungen mit bayerischen Festzelten: "Vor drei Jahren in Gillamoos im Bierzelt hat es ganz gut geklappt. Danach hieß es, Steinbrück habe im Vergleich mit der CSU-Konkurrenz ein Unentschieden erreicht. Dieses Mal will ich mehr", sagte der Norddeutsche im Gespräch, ebenfalls mit der "Passauer Neuen Presse". Beide Parteien, CSU wie SPD, rechnen mit mehreren tausend Besuchern.

Auch Grüne, FDP und die Linke rechnen in Niederbayern mit dem politischen Gegner ab. Die grüne Spitzenkandidatin für die bayerische Landtagswahl, Margarete Bause, beschwor den Machtwechsel im Herbst. Für die Linkspartei wies die stellvertretende Bundesvorsitzende, Sahra Wagenknecht, die Vorwürfe gegen ihren Parteikollegen Gregor Gysi zurück. Jedes Jahr kämen die "gleichen Vorwürfe" auf.

Geographisch tanzt nur die Bundeskanzlerin aus der Reihe. Angela Merkel tritt in Demmin im heimatlichen Mecklenburg-Vorpommern auf.

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr