Haiti trauert

Gedenken an das Erdbeben vor einem Jahr

Blick auf eine zerstörte Kathedrale in Port-au-Prince, Haiti (AP)
Blick auf eine zerstörte Kathedrale in Port-au-Prince, Haiti (AP)

Mit einer Schweigeminute um 16.53 Uhr Ortszeit (22.53 Ortszeit) gedenken heute die Haitianer der Opfer des verheerenden Erdbebens, das vor einem Jahr den Inselsstaat traf. Dann soll das öffentliche Leben stillstehen.

Am Nachmittag des 12. Januar 2010 bebte in Haiti die Erde. Mindestens 250.000 Menschen verloren ihr Leben. Obwohl viel Geld floss und die internationale Hilfe zügig und im großen Maßstab anlief, gehören Zeltstädte und Trümmerlandschaften auch heute zum Normalzustand,berichtet Martin Polansky in Deutschlandradio Kultur.

Die mangelnde Koordinierung von Aktionen ist nach Ansicht von Frank Dörner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, der Grund, warum ein Jahr nach dem Erdbeben auf Haiti die Situation noch immer katastrophal ist. Es zeige sich, dass die Arbeit der Vereinten Nationen vor Ort ineffektiv sei, sagte Dörner im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

An internationalem Willen fehlt es nicht und auch nicht an der Kreativität der Haitianer, einen Neuanfang zu machen. Aber es wird Jahre dauern, bis sie das Land wieder in ein Kulturzentrum der Karibik verwandelt haben, berichtet Peter B. Schumann in Deutschlandradio Kultur.

Eine neue Schule für Port-au-Prince: Die Initiative "Wir Hessen helfen Haiti" brachte 100.000 Euro zusammen. Nur drei Monate dauerte es, eine beim Erdbeben zerstörte Schule in der Hauptstadt von Haiti wiederaufzubauen - dank der Unterstützung eines deutschen Bauunternehmers, der dort seit 20 Jahren tätig ist. Thomas Lupp erklärt im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur, wie die Initiative entstand und warum er Bildung als größte Chance für Haiti sieht.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr