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Hamburg mit einem neuen Seezeichen

Internationales Maritimes Museum öffnet Pforten

Lego-Modell von "Queen Mary II" im Maritimen Museum Hamburg (AP)
Lego-Modell von "Queen Mary II" im Maritimen Museum Hamburg (AP)

Bundespräsident Horst Köhler und Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust haben das Internationale Maritime Museum Hamburg eröffnet. "Ihre Sammlung hat nun einen würdigen Heimathafen", sagte das Staatsoberhaupt zu Peter Tamm, dem Stifter der Exponate.

Sammler wollten die Welt in Ordnung bringen und Dingen ihren Platz geben, erklärte Köhler. Dabei würden viele den Kontakt zur Außenwelt verlieren, andere hingegen wollten ihre Leidenschaft teilen. Es sei eine beachtliche Leistung, die Öffentlichkeit an diesen Schätzen teilhaben zu lassen.

Beust bezeichnete Tamms Sammlung als "großartiges Lebenswerk". Die Exponate zeigten keine Schönfärberei, sondern betonten die Zwiespältigkeit des Meeres, sagte der Bürgermeister. "In ihm steckt gleichermaßen Schönheit und Bedrohung." Hamburg sei stolz auf die Seefahrt und das Museum ein dringend notwendiger Bestandteil.

Tamm sagte, das Museum solle Geschichte erzählen und sie greifbar und begreifbar machen. "Es war meine wichtigste Aufgabe, diese Sammlung für die nächsten Generationen zu erhalten.

Es gab allerdings auch Protest gegen das Museum: Kriegsgegner demonstrierten mit Transparenten gegen die von der Stadt zur Sanierung des Kaiserspeichers zur Verfügung gestellten 30 Millionen Euro. Auch sehen Kritiker in der Sammlung eine Glorifizierung des Militärischen.

Auch der Sprecher des Ausschusses für Friedenserziehung der Hamburger Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Hartmut Ring, kritisierte die Sammlung. Tamms Blick auf die Geschichte sei höchst einseitig, sagte der Historiker im Deutschlandradio Kultur. (Text /MP3-Audio)

Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck wies dagegen Kritik an dem Museum zurück. "Von Kriegsverherrlichung kann man da wirklich nichts sehen", sagte von Welck im Deutschlandradio Kultur. (MP3-Audio)

In dem Museum sind auf neun Etagen rund 36.000 Miniaturmodelle und Gemälde zu sehen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:30 Uhr