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Hermann Theißen unerwartet verstorben

Deutschlandradio trauert um Hermann Theißen, der am Samstag, den 16.1.2016 unerwartet verstarb. Er wurde 61 Jahre alt.

Hermann Theißen, geboren 1954 in Erkelenz, studierte Germanistik, Sozialwissenschaften und Theaterwissenschaften in Köln. Seine Medienlaufbahn begann mit freier Autorenschaft für Zeitungen und einem Volontariat beim Deutschlandfunk. Danach arbeitete er als freier Mitarbeiter für den WDR in der Redaktion Geschichte/Zeitgeschichte sowie beim Schulfernsehen. Im Juli 1986 wurde er Redakteur beim politischen Feature und der politischen Literatur im Deutschlandfunk. Heinz Klunker und Kollege Rupert Neudeck prägten sein Radioverständnis. Bis zu seinem Tod hat Hermann Theißen Woche für Woche mit seiner Kollegin Karin Beindorff und seinen Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen und Regisseuren das Feature am Dienstag im Deutschlandfunk gestaltet. Als politischer Kopf und engagierter Redakteur und ebenso eigensinniger wie produktiver Radiomacher verfolgte Hermann Theißen seine Aufgabe immer mit Haltung und mit ganzem Herzen. Als enthusiastischer Mitdenker nahm er großen Einfluss auf die Entwicklung des Features im Deutschlandfunk und in der gesamten ARD, beobachtete aufmerksam über seine gesamte Laufbahn hinweg die Strömungen und Veränderungen der deutschsprachigen Featureszene.

Theater und Film waren für ihn gleichermaßen wichtige weitere Medien. Er machte Ko-Produktionen des Deutschlandfunks mit dem Wiener Burgtheater und führte an der Berliner Volksbühne Regie. Mit seinen Ko-Autoren Monika Borgmann und Lokman Slim drehte er 2005 die Dokumentation "Massaker", eine internationale und ausgezeichnete Koproduktion, die auch auf der Berlinale gezeigt wurde. Der Film thematisiert sechs Männer, die 1982 in den Palästinenserlagern Sabra und Shatila in Beirut Frauen und Mädchen vergewaltigten und zu Tode quälten. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die Hermann Theißen für seine Radio-produktionen erhielt, waren in den letzten zwei Jahren der Alternative Medienpreis, der Deutsche Sozialpreis, der Deutsch-Französische Journalistenpreis sowie der n-ost-reportagepreis.

Die Kolleginnen und Kollegen trauern um einen langjährigen, charmanten und streitbaren Kollegen und Freund, der uns mitten aus der Arbeit heraus verlassen hat.

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Ein Mann ist von oben zu sehen, wie er an einem Tisch mit dem Computer und mehreren anderen digitalen Geräten wie Notebook, Smartphone, Smartwatch arbeitet.  (imago/Westend61)

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