Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Hilfe für geflohene Iraker

UN-Flüchtlingshilfswerk warnt vor Abschiebungen aus Deutschland

Irakische Flüchtlinge warten an einem Checkpoint der US-Armee in Falludscha. (AP)
Irakische Flüchtlinge warten an einem Checkpoint der US-Armee in Falludscha. (AP)

Die irakische Regierung will die fast vier Millionen geflohene Landsleute stärker unterstützen. UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres sagte am Mittwoch zum Abschluss einer Irak-Flüchtlingskonferenz in Genf. "Die Regierung ist bereit und wirklich entschlossen, die Führung bei der Fürsorge und Verbesserung der Lebensbedingungen für alle Iraker zu übernehmen, die im Lande und darüber hinaus vertrieben wurden."

Deutschland hatte bereits am Montag angekündigt, 2,2 Millionen Euro für irakische Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Nach Angaben von Guterres zeigten sich mehrere der mehr als 60 Teilnehmerländer in Genf bereit, die Flüchtlingshilfe zu unterstützen oder Flüchtlinge aufzunehmen.

Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Herta Däubler-Gmelin, forderte die Innenminister von Bund und Ländern auf, die drohende Abschiebung von fast 20.000 anerkannten irakischen Flüchtlingen zu stoppen. Die Widerspruchsverfahren, die gegen sie eingeleitet worden seien, würden letztlich dazu führen, sie abzuschieben, sagte die SPD-Politikerin im Deutschlandradio Kultur. Es sei aber nicht zu vertreten, diese Menschen in das durch den völkerrechtswidrigen Einmarsch der Amerikaner und durch die Terrorakte destabilisierte Land zurückzuschicken. (Text / MP3-Audio). UNHCR-Sprecher Stefan Telöken sagte im Deutschlandfunk, in den Widerrufsverfahren werde zu wenig geprüft, ob die Betroffenen in Sicherheit nach Hause zurückkehren und die Behörden des Heimatlandes effektiven Schutz leisten können. (Text/ MP3-Audio)

2 Millionen Flüchtlinge halten sich nach UN-Erkenntnissen vor allem in Syrien und in Jordanien auf, rund 1,9 Millionen leben im Irak außerhalb ihrer Heimatorte. In Genf war bei der zweitägigen Konferenz die Befürchtung vor einer Entwicklung des irakischen Flüchtlingsproblems vergleichbar den Palästinensern laut geworden, nach der viele Iraker nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren könnten. Guterres sagte, die internationale Gemeinschaft sei sich des Flüchtlingsproblems stärker bewusst und er rechne mit weiterer internationaler Unterstützung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:35 Uhr Wirtschaft am Mittag

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:05 Uhr Länderreport

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Flüchtlingspolitik"Wir brauchen eine Lösung an der EU-Außengrenze"

Eine fünfköpfige Gruppe läuft im Morgengrauen über eine Landstraße. Im Hintergrund Felder, Wiesen und Bäume. (AFP/Sakis MITROLIDIS)

Schnelle Asylverfahren auch an den EU-Außengrenzen und Absprachen mit den Herkunftsländern sind nach Ansicht von Politikberater Gerald Knaus Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Flüchtlingspolitik. Darüber werde nicht genug geredet, sagte er im Dlf. Knaus gilt als Ideengeber für das EU-Türkei-Abkommen.

Cem Özdemir"Von einer fairen Wahl in der Türkei kann nicht gesprochen werden"

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir (dpa-Bildfunk / Paul Zinken)

In der Türkei hat Recep Tayyip Erdogan nach offiziellen Angaben die Präsidentschaftswahl gewonnen. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte im Dlf, die wirklichen Zahlen würden wir nie erfahren. Jetzt, wo Erdogan die absolute Macht habe, sei es fraglich, wie es überhaupt noch einmal faire Wahlen geben könne.

BildungspolitikWir müssen die Universität für alle öffnen

Studentinnen und Studenten sitzen im Hörsaal einer Universität. (imago/Future Image)

Warum sollte eine ausgebildete Krankenschwester weniger geeignet für ein Medizinstudium sein, nur weil ihr das Abitur fehlt? Der Schriftsteller Ulrich Woelk fordert, bei der Vergabe von Studienplätzen eher auf Kernkompetenzen zu achten als auf Schulnoten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europarat  Neue Präsidentin will Korruption bekämpfen | mehr

Kulturnachrichten

Wallraff für Wiedereinführung der Wehrpflicht | mehr

 

| mehr