Hilfen für Griechenland: Wie geht's weiter?

EU-Finanzminister sprechen heute über weiteres Vorgehen

Euro-Münze aus Griechenland (dpa / Jens Büttner)
Euro-Münze aus Griechenland (dpa / Jens Büttner)

Die EU-Finanzminister beraten heute über weitere Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland. In einer extra angesetzten Telefonkonferenz wollen die Minister Optionen diskutieren, wie Athen zusätzliche Unterstützung erhalten kann. Ein Teilschuldenerlass, Anleihenkäufe und neue Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds ESM sind umstritten.

Auf dem Tisch liegen Vorschläge wie der Erlass eines Teils der Schulden, Anleihenkäufe und neue Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds ESM. Alle Optionen sind umstritten. Thema ist auch die Freigabe der nächsten Kredittranche an Athen von 31,5 Milliarden Euro. Dem Land droht ohne dieses Geld die Pleite.

Bevor die nächste Finanzspritze ausgezahlt werden kann, muss die griechische Regierung zunächst das von ihr versprochene Spar- und Reformpaket durchs Parlament bringen, mit dem sie in den kommenden beiden Jahren 13,5 Milliarden Euro einsparen will.

Politische Beschlüsse will die Eurogruppe in ihrer Telefonkonferenz nicht fassen - diese sind erst für das reguläre Treffen Mitte November geplant.

Weiterer Schuldenerlass für Athen unwahrscheinlich

Ein neuer Schuldenschnitt für Griechenland steht nach Angaben des Chefs der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister, Thomas Wieser, derzeit nicht zur Debatte. Er sei in dieser Woche mehrfach mit Vertretern der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationaler Währungsfonds zusammengetroffen, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe im Deutschlandradio Kultur: "Von Schuldenschnitt für Griechenland ist keine Rede."

Wieser sprach sich weiter dafür aus, Griechenland mehr Zeit zum Erreichen der vereinbarten Ziele einzuräumen. "Wir haben noch keine Entscheidung darüber getroffen, aber es könnte sein, dass das um ein Jahr oder zwei verschoben werden könnte." Dieser Aufschub müsse die anderen 16 Euro-Länder kein zusätzliches Geld kosten. Die zusätzliche Liquidität für Griechenland könne über die bereits bestehenden Hilfsprogramme bereitgestellt werden.

Die EU-Finanzminister wollen in ihrer Telefonkonferenz heute unter anderem beraten wie die Finanzierungslücke gestopft werden kann, falls Griechenland - wie weithin erwartet - tatsächlich zwei Jahre mehr Zeit für das Erreichen seiner dann bis Ende 2016 zu erfüllenden Sparziele bekommen sollte.

Erneute Streiks in Griechenland

In Griechenland sind die Journalisten in einen 24-stündigen Streik getreten. Sie protestieren gegen Sparmaßnahmen ihrer Krankenversicherungen. Für den Abend haben die beiden größten Gewerkschaften des Landes zu einer Demonstration gegen die Sparpolitik der Regierung aufgerufen. Diese will heute einen neuen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorstellen. Kritik daran kommt von den beiden kleineren Koalitionspartnern.

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr