Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Höhere Strafen für Parksünder

Neuer Bußgeldkatalog tritt in Kraft

Wer ohne gültigen Parkschein erwischt wird, muss mindestens 10 Euro zahlen. (picture alliance / Peter Kneffel)
Wer ohne gültigen Parkschein erwischt wird, muss mindestens 10 Euro zahlen. (picture alliance / Peter Kneffel)

Zum 1. April werden Verstöße gegen Parkregeln für Autofahrer teurer. Das Bußgeld erhöht sich auf mindestens zehn Euro. Auch rücksichtslose Radfahrer werden künftig stärker zur Kasse gebeten. Außerdem soll die Novelle der Straßenverkehrsordnung für mehr Klarheit zwischen den Verkehrsteilnehmern sorgen.

Bisher war es, je nachdem wie lange man in deutschen Innenstädten parken wollte, oft günstiger, Bußgeld zu zahlen als einen Parkschein zu lösen. Denn der kostete bei längerer Parkzeit manchmal mehr als die fünf Euro Strafe für ein "Knöllchen" an der Windschutzscheibe. "Verkehrsteilnehmer verzichten bewusst auf die Zahlung der Parkgebühr und nehmen stattdessen das Verwarnungsentgelt in Kauf", so die Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums. Damit soll nun Schluss sein.

Zum 1. April trat der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Ab sofort gilt: Wer ohne gültigen Parkschein erwischt wird, muss künftig mindestens zehn statt bisher fünf Euro Bußgeld zahlen. Wer Radwege zuparkt, muss 20 statt 15 Euro zahlen. Ebenfalls angehoben werden die Strafen für rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr – etwa für das unachtsame Öffnen von Autotüren.

Auch für Radfahrer erhöhen sich die Bußgelder, zum Beispiel für das Fahren auf Radwegen in die falsche Richtung. Es kostet künftig mindestens 20 Euro (statt 15 Euro). Wenn dabei Andere gefährdet werden, kostet es 30 Euro (statt 25 Euro). Ebenfalls fünf Euro teurer wird es, wenn Radfahrer beim Linksabbiegen den Gegenverkehr ignorieren.

Klarere Verhältnisse zwischen Auto- und Fahrradfahrern

Ein Fahrradfahrer fährt in Münster zwischen den Begrenzungsstreifen eines Radwegs. (picture alliance / dpa)Die Rechte für Radfahrer werden gestärkt. (picture alliance / dpa)Die Novelle der Straßenverkehrsordnung schafft bei einigen potenziellen Konfliktfeldern zwischen Auto- und Fahrradfahrern mehr Klarheit, indem sie Verhaltensregeln präzisiert. Auf der Straße fahrende Radler müssen sich beim Abbiegen etwa an Ampeln nicht mehr rechts neben den Autos halten, sondern können sich vor oder hinter ihnen einordnen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßte die Regelung. "Der Gesetzgeber erkennt damit an, dass Radfahrer ein Fahrzeug lenken und keine Fußgänger sind. Radfahren wird so schneller, komfortabler und sicherer", sagte der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg.

Auch die Verhaltensvorschriften für Radfahrer gegenüber Fußgängern wurden teils genauer definiert. In der Neufassung ist explizit festgelegt, dass Radler, die für sie freigegebene Gehwege oder Fußgängerzonen benutzen, Rücksicht auf den Fußgängerverkehr zu nehmen haben, der dort generell "Vorfahrt" hat. Sie dürfen lediglich Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen wenn nötig sogar warten. Klarer geregelt ist unter anderem auch das Verhalten an Ampeln: Fahren Radfahrer auf der Straße, müssen sie die Lichtzeichen für Autos beachten - und dürfen nicht je nach Lage die für Fußgänger bevorzugen.

Mehr:

Verkehrsministerium rechnet mit Anstieg der Führerscheinentzüge - Ramsauer stellt die Reform der Flensburger Verkehrssünderdatei vor *
Automobilclub nennt Ramsauer-Reform "Augenwischerei" - Volker Lempp über die geplante Novelle des Flensburger Punktesystems (Deutschlandradio Kultur)
"Keines der getesteten Parkhäuser konnte restlos überzeugen" - ADAC führte Test in zehn Städten durch (Deutschlandfunk)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

US-Rückzug aus UN-MenschenrechtsratFalsches Signal - aber konsequent

Der Sitzungssaal des UNO-Menschenrechtsrates in Genf

Mit dem US-Austritt aus dem Menschenrechtsrat geht der Bruch der USA mit der internationalen Gemeinschaft weiter, meint Torsten Teichmann - und sei leider konsequent. Denn es unterstreiche das fehlende Gespür für die entscheidende Rolle der USA in diesen Gremien.

Schiitischer Islam im IrakHeiligtümer, Trauer, Revolution

Schiitische Pilger beten im November 2017 in Kerbela (Irak) - Sie tragen ein Bild des Imam Hussein, eines Enkels Mohammeds, der im 7. Jahrhundert in Kerbela getötet wurde  (AFP / Haidar Mohammed Ali)

Jahrhundertelang wurden die Schiiten von der sunnitischen Mehrheit unterdrückt. Nun werden sie aktiver und erzielen Erfolge, zuletzt bei der Parlamentswahl im Irak. Wie sich die schiitische Welt wandelt, zeigt eine Reise zu ihren heiligen Stätten.

Digitaler NachlassWenn Tote auf Facebook sind

Ein Cursor zeigt auf einem Desktop auf das Feld "Privatsphäre-Einstellungen" in einem Pacebook-Account (imago / Kolvenbach )

In Deutschland stirbt alle drei Minuten ein Facebook-Nutzer ohne vorher entschieden zu haben, was aus dem Account werden soll. Im Sterbefall bekommen Hinterbliebene oft von Anbietern keinen Zugang zu den Profilen in sozialen Netzwerken. Über so einen Fall verhandelt jetzt der Bundesgerichtshof.

Studie zu Helikopter-Eltern Zu viel Fürsorge schadet Kindern

An einer Grundschule in Stuttgart laufen Schüler an einem Schild vorbei, das überfürsorgliche Eltern ermahnt, ihre Kinder alleine weitergehen zu lassen. (picture alliance / dpa / Inga Kjer)

Kinder brauchen die Erfahrung, sich selbst zu bewähren, sagt der Erziehungswissenschaftler Herbert Renz-Polster. Überfürsorgliche "Helikopter-Eltern" wollen ihren Kindern dieses Erlebnis ersparen - doch das könnte unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Mobile BankingWas taugen spezielle Smartphone-Girokonten?

Verschiedene Banking-Apps auf einem Smartphone.  (imago stock&people)

Überweisungen von unterwegs tätigen, im Ausland den Kontostand checken – das versprechen Anbieter mobiler Smartphone-Konten. Doch wer sich bei Bankgeschäften nur auf sein Handy verlässt, trägt auch zusätzliche Risiken.

Auditive Fake NewsWie Kennedy eine Rede nach seinem Tod hielt

US-Präsident John F. Kennedy bei einer Pressekonferenz in Washington am 1. März 1961 (dpa / picture alliance / Arnie Sachs)

Schottische Audio-Tüftler haben Ansprachen von John F. Kennedy in winzige Sound-Einheiten aufgeschlüsselt und neu kombiniert. Daraus entstehen Reden, die nie gehalten wurden. Erzeugt diese Technik künftig vermeintlich neue Quellen und Fake News?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Kommission zu Dublin-Regeln  Staaten sollen mehr Zeit bekommen | mehr

Kulturnachrichten

Svante Pääbo erhält Körber-Preis für Europäische Wissenschaft | mehr

 

| mehr