Pressemitteilungen /

 

Hörfunkrat unterstützt „Denkfabrik“-Prozess beim Deutschlandradio

07.09.2017, Berlin, Germany, Sitzung des Hörfunkrates Deutschlandradio (Deutschlandradio/Christian Kruppa)
Hörfunkratssitzung Berlin (Deutschlandradio/Christian Kruppa)

Der Deutschlandradio-Hörfunkrat befasste sich am 24. Mai mit der von Intendant Stefan Raue angestoßenen "Denkfabrik".

Die Denkfabrik soll ab 2019 "die großen Fragen der Zeit diskutieren und Orientierung geben", sagte Raue vor dem Aufsichtsgremium. Es gehe darum, den vorhandenen "Reichtum an Ideen und Wissen noch effektiver zu heben, zu bündeln und zur Geltung zu bringen." Dafür würden bis zum Sommer Impulse und Themenvorschläge gesammelt – bei Hörerinnen und Hörern und im Programm, in der Verwaltung genauso wie in den Gremien oder den maßgeblich von Deutschlandradio getragenen Chören und Orchestern der roc Berlin GmbH. Das vorgelegte Konzept wurde im Hörfunkrat ausdrücklich begrüßt. Vorsitzender Frank Schildt sagte, dass "die Denkfabrik  den Bedarf nach einer breiten gesellschaftlichen Verständigung über die großen Zukunftsthemen aufgreift."

Einen Schwerpunkt der Beratungen nahmen die anstehenden Änderungen in der Deutschlandradio-Satzung ein. Der Hörfunkrat befasste sich mit den Anpassungen, die im Rahmen des geänderten Deutschlandradio-Staatsvertrags und der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) notwendig sind. So wird in Ergänzung des Datenschutzbeauftragten die Funktion eines Rundfunkdatenschutzbeauftragten neu geschaffen.  Deutschlandradio prüft gegenwärtig gemeinsam mit weiteren öffentlich-rechtlichen Partnern die Schaffung eines gemeinsamen Rundfunkdatenschutzbeauftragten. Die angestrebte Bündelung mit dem Ziel der Ressourcenschonung wird vom Hörfunkrat unterstützt. 

Im nichtöffentlichen Sitzungsteil informierte sich der Hörfunkrat über die Ergebnisse einer Positionierungsstudie für die drei Deutschlandradio-Programme. Knapp 6.000 Bürgerinnen und Bürger wurden 2017 zu Nutzung, Reichweiten und Erwartungen an Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova befragt. Im Mittelpunkt standen Themen wie Programm-Image, Potenziale bei Stamm- und Gelegenheitshörern und der Mehrwert, den Deutschlandradio nach Einschätzung der Befragten für den Einzelnen und die Gesellschaft bietet.

Turnusgemäß berichtete darüber hinaus die Gleichstellungsbeauftragte über die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern bei Deutschlandradio. Der Anteil weiblicher Beschäftigter lag Ende 2017 bei 53 Prozent. Allerdings seien Frauen in höher dotierten Vergütungsgruppen und Leitungsfunktionen weiterhin unterrepräsentiert, ihr Anteil ist wieder leicht zurückgegangen. Der Hörfunkrat setzte sich kritisch mit den vorgelegten Zahlen auseinander. Die stellvertretende Vorsitzende Yvonne Magwas formulierte die Erwartung, dass mögliche Zugangsschranken im Haus beseitigt werden: "Durch eine langfristige Personalplanung muss sichergestellt werden, dass der Frauenanteil beim Deutschlandradio sich auch auf den Führungsebenen widerspiegelt."

Bereits am Vorabend hatte sich der Programmausschuss des Hörfunkrats mit der neuen, in Berlin produzierten Abendstrecke "Ab21" bei Deutschlandfunk Nova befasst und sich über die  Nachwuchsförderung bei Deutschlandradio informiert: Seit 2013 haben 31 ehemalige Volontärinnen und Volontäre einen Vertrag als Juniorprogrammmitarbeiter erhalten. Teilnehmer an diesem Nachwuchsförderprogramm haben für ein Jahr die Möglichkeit, sich mit regelmäßigem Feedback journalistisch weiterzuentwickeln.

Pressefotos

Deutschlandradio