IAEA korrigiert Strahlungswerte von Fukushima 1

Nur örtlich begrenzte gesundheitsgefährdende Werte von 400 Millisievert

 IAEA Warnschild radioaktive Strahlung (picture alliance / dpa)
IAEA Warnschild radioaktive Strahlung (picture alliance / dpa)

Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima 1 spricht weiter von einer sehr ernsten Lage. Japans Premier Naoto Kan warnte die Bevölkerung, mahnte sie aber zur Ruhe. In Tokio wurde Strahlung nachgewiesen - die IAEA korrigierte die am Morgen berichteten extrem hohen Werte.

Ministerpräsident Kan forderte die Bevölkerung rund um das Atomkraftwerk erneut auf, sich in Sicherheit zu bringen. Im Umkreis von 20 Kilometern sind die Bewohner angewiesen, ihre Wohnungen zu verlassen. Bis zu 30 Kilometern um das AKW sollten die Menschen in den Häusern bleiben und Türen und Fenster geschlossen halten.

Extrem hohe Strahlungswerte präzisiert

Die Internationale Atomenergiebhörde IAEA wurde am Morgen von der japanischen Regierung informiert, dass stündlich eine Strahlendosis von bis zu 400 Millisievert entstünde (englischsprachige Website).Zum Vergleich: Die noch unbedenklichen Grenzwerte für die Normalbevölkerung Deutschlands liegen laut Bundesamt für Strahlenschutz bei jährlich 1,5 bzw. 1 Millisievert, "der Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen wird von 50 auf 20 mSv gesenkt." Mit anderen Worten: Der Grenzwert wurde - örtlich begrenzt, wie die IAEA mitteilte - am Kernkraftwerk Fukushima um das 400-fache für den Normalbürger überschritten. Der Kernkraftwerkbetreiber zog alles nicht dringend benötigtes Personal ab.

Ein Sprecher des Kernkraftwerkbetreibers Tepco sagte zudem, es sei nicht auszuschließen, dass es in dem explodierten Block zu einer Kernschmelze kommen könne. Die Wissenschaftsjournalistin Dagmar Röhrlich dagegen mutmaßt, dass es in Fukushima bereits zu einer Kernschmelze gekommen ist

Stichwort: Kernschmelze - Wenn die Brennstäbe aufheizen

In Tokio wurden leicht erhöhte Strahlenwerte gemessen. Supermärkte wurde förmlich leergekauft. Der Wind aus Richtung des Atomkraftwerks hatte in Richtung Süden auf Tokio hin gedreht, soll aber im Laufe des Tages wieder gen Meer wehen.

An der Börse stürzte der Nikkei-Index um mehr als zehn Prozent ab.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr