In Japan werden noch Tausende vermisst

Westerwelle: Keine Hinweise auf deutsche Opfer

Tsunamistrudel vor dem Hafen von Oarai (AP)
Tsunamistrudel vor dem Hafen von Oarai (AP)

Nach dem schweren Erdbeben in Japan werden immer noch tausende Menschen vermisst. Nach Angaben der japanischen Regierung wurden seit Freitag mehr als 12.000 Menschen lebend aus den Trümmern geborgen. Offiziell bestätigt sind bislang 1.800 Tote.

Die Polizei vermutet, dass es mehr als 10.000 Todesopfer gegeben hat. Etwa so viele Menschen werden allein in der besonders betroffenen Präfektur Miyagi vermisst. Nach Medienangaben mussten fast 400.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht werden. Weite Gebiete der Nordostküste sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten; Straßen sind unbefahrbar, Schienenwege teilweise zerstört.

Helfer aus dem Ausland versuchen sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Auch deutsche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sind auf dem Weg in das Erdbebengebiet, wo sie mit Hunden und Spezialgerät nach Verschütteten suchen wollen. In der Nacht zum Sonntag waren 38 Helfer in Tokio gelandet.

Die Regierung in Tokio verdoppelte die Zahl der Soldaten für den Rettungseinsatz auf 100.000. Japans Ministerpräsident Kan sagte in einer Fernsehansprache, das Land stehe vor der schlimmste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Er rief seine Landsleute zur Einheit auf. Viele Gegenden des Landes sind noch ohne Trinkwasser. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Benzin funktionierte teilweise nicht. Auch der Strom wird knapp. Für Tokio und andere Städte wurde eine Rationierung angekündigt.

Auch am Sonntag erreichten Nachbeben wieder Stärken von bis zu 6,2. Insgesamt wurden seit Freitag rund 150 Erdstöße gezählt.

Bislang keine Deutschen unter den Opfern

Nach den Worten von Bundesaußenminister Westerwelle gibt es nach wie vor keine Hinweise darauf, dass in Japan auch Deutsche zu Schaden gekommen sind. Man habe aber erst zu ungefähr der Hälfte der etwa hundert Bundesbürger in dem Katastrophengebiet Kontakt aufnehmen können, sagte er in Berlin. Die deutschen Stellen vor Ort bemühten sich aber weiter, Kontakt herzustellen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr