Industrie fordert Fiskalunion und EU-Währungsfonds

Wirtschaftsverbände verlangen Lösung in der Eurokrise

Euro-Skulptur vor der EZB (picture alliance / dpa)
Euro-Skulptur vor der EZB (picture alliance / dpa)

Bis zuletzt stritten die Eurostaaten vor dem Gipfel über Maßnahmen gegen die Schuldenkrise. Im Gespräch ist auch eine zusätzliche Aufstockung des dauerhaften Rettungsschirms EFSF.

Bislang hatten sich Frankreich und Deutschland auf eine strengere Überwachung der öffentlichen Haushalte und Sanktionen gegen Defizitsünder verständigt. Allerdings gibt es Widerstand gegen die dazu notwendigen Änderungen der Europäischen Verträge. Die Außenminister von Schweden und Tschechien warnten vor Konsequenzen möglicher Referenden.

Wirtschaft verlangt Fiskalunion

Die europäischen Industrieverbände unterstützten indes die Pläne für eine stärkere Verzahnung der EU-Wirtschafts- und Währungspolitik. Kern der Fiskalunion könnte aus Sicht von BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber ein gemeinsamer Währungsfonds sein. "Wir halten dies für ein wichtiges und starkes Signal". Die Industrieverbände schlagen die Gründung einer Institution vor. Sie soll für die 17 Eurostaaten die Fiskalunion regeln. Theoretisch könnten nach Auffassung des BDI sich auch Länder wie Tschechien, Dänemark und Polen sich beteiligen.

Debatte über die Rolle der Ratingagenturen

Die Staats- und Regierungschef stehen unter Druck. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Deutschland und Frankreich sowie 13 weiterer Euro-Staaten angekündigt. Im Falle einer Bonitäts-Herabstufung drohen höhere Kreditkosten, berichtet Deutschlandradio-Korrespondent Volker Finthammer.

Der Ökonom Hans-Peter Burghof verteidigte das Vorgehen der Agentur. "Die Politik muss Kapitalmärkte überzeugen". Der Geschäftsführer der Stiftung Kreditwirtschaft an der Universität Hohenheim plädiert für eine klare vertragliche Regelung über die Haftung der Länder.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr