Irakische Flüchtlinge kommen nach Deutschland

Bundesregierung will 2500 Menschen aufnehmen

Flüchtlingsorganisationen fordern, deutlich mehr Irakern eine neue Chance zu geben.  (AP)
Flüchtlingsorganisationen fordern, deutlich mehr Irakern eine neue Chance zu geben. (AP)

In Hannover sind die ersten 120 Flüchtlinge aus dem Irak gelandet, die in Deutschland untergebracht werden sollen. Sie werden zunächst in das Aufnahmelager Friedland in der Nähe von Göttingen gebracht und später auf die Bundesländer verteilt.

Seit mehr als 60 Jahren finden Flüchtlinge und Aussiedler in Friedland im Süden von Göttingen eine erste Anlaufstelle in Deutschland. Mehrere Wohlfahrtsverbände kümmern sich dort um ihre Belange. Für die Aufnahme der großteils traumatisierten Iraker wurden alle Mitarbeiter speziell geschult (MP3-Audio)

Die Aufnahme der vorwiegend christlichen Flüchtlinge aus dem Irak hatten der Bund, die Länder und die Kirchenvertreter gemeinsam vorbereitet. Auch Vertreter von religiösen und nichtreligiösen Exilanten-Gruppen in Deutschland waren vielerorts an der Ausarbeitung eines Integrationskonzepts beteiligt. (MP3-Audio)

Unter den Flüchtlingen befinden sich aber auch Angehörige anderer religiöser Minderheiten, alleinerziehende Mütter und kranke Menschen. Die Flüchtlinge sind auf Vorschlag des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ausgewählt worden.

Vergangenen November hatten die EU-Minister beschlossen, 10.000 irakische Flüchtlinge dauerhaft in der EU aufzunehmen. Nach Deutschland sollen in den nächsten Monaten 2500 Flüchtlinge aus Syrien und Jordanien kommen, die im oder nach dem Irak-Krieg flüchteten und keine Aussicht auf eine Rückkehr in ihre Heimat haben.

Der Integrationsminister von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sieht in der Aufnahme der rund 2500 Flüchtlinge aus dem Irak nur einen ersten Schritt. Wenn die Integration der Flüchtlinge gelänge, könnte Deutschland auch noch mehr Flüchtlinge aufnehmen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Vertreter der Kirchen und von humanitären Organisation kritisierten das mehrstufige Prüfungsverfahren, das die Flüchtlinge durchlaufen müssen und viele von einem Antragsverfahren ausschließe. Außerdem seien die Aufnahmezahlen zu gering. So hatte beispielsweise der Erzbischof von Bamberg,Ludwig Schick, vor einigen Monaten im Deutschlandradio Kultur gefordert, deutlich mehr Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr