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Istanbul: Demonstranten machen weiter

Polizei hält sich zurück

Demonstranten am Taksim-Platz in Istanbul (picture alliance / dpa / ABACA)
Demonstranten am Taksim-Platz in Istanbul (picture alliance / dpa / ABACA)

Tausende Menschen versammelten sich am Abend wieder zu Protesten gegen die türkische Regierung auf dem Istanbuler Taksim-Platz. Es kam bislang offenbar zu keinen Zwischenfällen. Zuvor hatte sich dessen Stellvertreter Arinç für das harte Vorgehen der Polizei gegen Protestierende entschuldigt.

Rund um den zentralen Platz in Istanbul herrschte am Dienstagabend Feierstimmung. Die Menschen riefen nach Korrespondentenberichten Parolen gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Polizei hielt sich zurück, wie Augenzeugen berichteten. Im Stadtteil Besiktas standen am späten Abend mehr als 1000 Demonstranten der Polizei und mindestens drei Wasserwerfern gegenüber, ohne dass es zunächst zu weiterer Gewalt kam.

Trennung von Kirche und Staat gefordert

Nach Einschätzung von Beobachtern wie unserem Korrespondenten Murrat Koyuncu geht es bei den Protesten längst nicht mehr nur um den Bau eines Einkaufszentrums in Istanbul - auch herrscht zunehmend eine Stimmung für die Trennung von Kirche und Staat.

Zuspruch erhalten die Demonstranten von Türken in Deutschland: Sie unterstützen die Protestler in ihrer Heimat über Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter. In Köln fand am Dienstagabend eine Solidaritätskundgebung für die Demonstranten in der Türkei statt.

Türkische Regierung entschuldigt sich

Erdogans Stellvertreter Bülent Arinç hatte sich am Dienstag für das harte Vorgehen der Polizei gegen Protestierende entschuldigt. Dieser Schritt wurde inzwischen vom Weißen Haus in Washington begrüßt. Zuvor hatte die UNO eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle verlangt.

Erdogan droht Demonstranten

Ungeachtet der anhaltenden Proteste war Ministerpräsident Erdogan zu einer Nordafrika-Reise aufgebrochen. Zuvor hatte er seine Drohungen gegen die Demonstranten verschärft. Sie würden mit Terroristen unter einer Decke stecken. Die Proteste würden aber bald abflauen. "In ein paar Tagen wird sich die Situation wieder normalisieren", sagte er bei seiner Ankunft in Marokkos Hauptstadt Rabat.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr