IWF bekommt 430 Milliarden Dollar für Krisenbekämpfung

Einigung auf der Frühjahrstagung in Washington

IWF-Chefin Christine Lagarde sucht Geldgeber (dpa / picture alliance)
IWF-Chefin Christine Lagarde sucht Geldgeber (dpa / picture alliance)

Die Vertreter der G-20 und die Notenbankchefs haben sich auf eine Erhöhung der finanziellen Mittel für die Unterstützung von Krisenländern verständigt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll zusätzliche Mittel zur Krisenbekämpfung in Höhe von 430 Milliarden Dollar erhalten. In einer Erklärung der G20-Finanzminister und Notenbankchefs hieß es bei der IWF-Jahrestagung in Washington, eine namhafte Zahl von Ländern habe fest zugesagt, diese Summe aufzubringen. Diese Zusatzmittel sollen nach Darstellung der G20 und des IWF-Lenkungsausschusses ausdrücklich allen Mitgliedern des Währungsfonds bei Problemen zur Verfügung stehen.

Großbritannien, Australien, Südkorea und Singapur hatten am Morgen des Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der G-20-Staaten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 41 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) zugesagt, erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde. Zuvor hatte bereits der russische Vize-Finanzminister Sergej Stortschak erklärt, dass Moskau zehn Milliarden Dollar dazuschießen wolle. Die Summe wurde aber noch nicht offiziell vom IWF verkündet.

USA sperren sich gegen weitere Zahlungen

Die Euro-Länder hatten vor dem Treffen 200 Milliarden Dollar zugesagt. 60 Milliarden davon, umgerechnet mehr als 41 Milliarden Euro, sollen von der Bundesbank kommen. Die USA sperren sich gegen weitere Zahlungen. Indien und Brasilien hatten erklärt, sie wollten einer Ausweitung der Finanzmittel nur zustimmen, wenn sie größere Stimmrechte im IWF erhielten. Bei einem Treffen vor drei Wochen in Neu Delhi trafen die BRICS-Staaten bereits Vorbereitung für die Gründung einer Konkurrenzorganisation zu IWF und Weltbank. Zu den BRICS-Ländern zählen neben Indien und Brasilien Russland, China und Südafrika.

Eine Verknüpfung der Themen "Krisenhilfe" und "IWF-Reform" wollte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eigentlich vermeiden. Dies würde dazu führen, dass die Mittelerhöhung womöglich um längere Zeit verzögert würde, sagte Schäuble. Der Finanzminister vertritt in Washington gemeinsam mit Bundesbankpräsident Jens Weidmann die deutschen Interessen. Eine Reform des IWF wurde bereits 2010 verabredet. Die Umsetzung scheitert aber bislang an den USA.

Entwicklungshelfer fordern mehr Einsatz zur Armutsbekämpfung

Der Evangelische Entwicklungsdienst wirft dem Internationalen Währungsfonds vor, zu wenig gegen Armut in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu tun. Peter Lanzet, Finanzierungsexperte des EED, kritisierte im Deutschlandradio Kultur insbesondere die rigiden Bedingungen des IWF zur Kreditvergabe, die an harte Sparauflagen gebunden sind. "Es wird keine Politik umgesetzt, auch nicht vom IWF angeregt, die auf Armutsreduzierung hinwirkt."

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr