Japans Premier: Sind in größter Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

Naoto Kan ruft sein Land zur Einheit auf

Japans Premier Naoto Kan bei einer Pressekonferenz (picture alliance / dpa)
Japans Premier Naoto Kan bei einer Pressekonferenz (picture alliance / dpa)

Es ist für den japanischen Ministerpräsidenten eine Gratwanderung zwischen transparenter Öffentlichkeitsarbeit und dem Beruhigen einer verängstigten Bevölkerung: Naoto Kan motiviert seine Landsleute - Japan werde die Krise überstehen.

Es seien zwar radioaktive Strahlungen freigesetzt worden, sagte Kan in einer Fernsehansprache, aber nicht in großem Umfang.

In gleich zwei Reaktorblöcken findet nach Annahmen der japanischen Regierung eine Kernschmelze statt. Wasser wurde in die Blöcke gepumpt und radioaktiver Dampf abgelassen. Doch was sich wirklich im Innern der Blöcke abspielt, weiß niemand.

In der Hauptstadt Tokio wird die Elektrizität rationiert. Dabei werde es vorübergehend zu vollständigen Stromausfällen kommen, teilte das Versorgungsunternehmen der Stadt mit. Ab Montag werde auch in anderen Städten des Landes der Strom zeitweise abgestellt. Die Betreiberfirma des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima bereitet nach Medieninformationen die Kühlung eines dritten Reaktors mit Meerwasser vor.

Die Strahlung in Fukushima liegt den Betreibern zufolge über den zulässigen Höchstwerten. In der Umgebung der Anlage waren bislang Dutzende Menschen erhöhter Strahlung ausgesetzt. Rund 200.000 Anwohner wurden inzwischen evakuiert. Im Umkreis von 20 Kilometern wurde eine Sperrzone eingerichtet.

Unklarheit über Zustand der japanischen Reaktoren - Kernschmelze in zwei Blöcken befürchtet
Forschung Aktuell - Stichwort: Kernschmelze
Forschung Aktuell - Chronik der AKW-Krise

Atomenergiebehörde bemängelt Informationspolitik Japans

Im Fall der japanischen Atomkraftwerke wirkt die Internationale Atomenergiebehörde IAEA alles andere als zufrieden mit dem gegenwärtigen Informationsstand, berichtet Jörg Paas im Deutschlandfunk. Wiederholt werde betont, dass man zwar die Berichterstattung der Medien genau verfolgte, aber von offizieller Seite noch nicht genügend wisse, um die Lage umfassend einschätzen zu können und deshalb dringend auf weitere Nachrichten aus Japan warte.

Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen reagieren mit punktuellen Programmänderungen, hier geht es zum Live-Stream der Programme:

Deutschlandfunk Live-Stream Flash
Deutschlandradio Kultur Live-Stream Flash
DRadio Wissen Live-Stream Flash

Programmhinweis: DLF, DKultur und DRadio Wissen berichten ausführlich in ihren Nachrichtensendungen über die weitere Entwicklung in Japan in den folgenden Sendungen:

Ortszeit Audios
Information und Musik
Informationen am Morgen
Informationen am Mittag
Informationen am Abend
Hintergrund
Forschung Aktuell
Wissenschaft und Technik
Fazit

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr