Julian Assange scheitert vor höchstem britischen Gericht

Internetaktivist darf nach Schweden ausgeliefert werden

Wikileaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Peter Endig)
Wikileaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Peter Endig)

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist mit dem Einspruch gegen seine Auslieferung nach Schweden auch vor dem höchsten britischen Gericht gescheitert. Somit muss sich der Internetaktivist wohl bald in Schweden wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten – oder vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.

Die Auslieferung von Julian Assange nach Schweden rückt näher: Der wegen der Veröffentlichung von US-Geheimdokumenten weltweit bekannte Internetaktivist ist mit seinem Antrag auf Überprüfung des britischen Auslieferungsentscheids an Schweden gescheitert. Wie der Oberste Gerichtshof in London mitteilte, wies er den Antrag der Anwälte des Wikileaks-Mitbegründers zurück.

Das Gericht hatte Ende Mai grünes Licht für Assanges Auslieferung gegeben. Es billigte den Anwälten für einen Antrag auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens aber eine Frist von 14 Tagen zu. Damit wurde Assanges Auslieferung vorerst aufgeschoben.

Assange kann vor Europäischen Gerichtshof ziehen

Jetzt kann Assanges Verteidigung noch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen. Die Straßburger Richter haben die Möglichkeit, eine Auslieferung vorläufig zu stoppen. Rechtsexperten halten das aber für wenig wahrscheinlich.

Assange wird in Schweden verdächtigt, im Sommer 2010 zwei Frauen missbraucht und vergewaltigt zu haben. Er stellte sich den britischen Behörden und kämpft seitdem vor Gericht gegen seine Auslieferung an Schweden. Assange verdächtigt die USA, hinter den Vorwürfen gegen ihn zu stecken. Seine Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks hatte unter anderem mit Depeschen über die Kriege im Irak und Afghanistan vor allem die US-Regierung in Bedrängnis gebracht.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr