Kämpfer für die friedliche Nutzung der Nuklearenergie

Friedensnobelpreis für die Internationale Atomorganisation und El Baradei

Mohamed El Baradei, Leiter der Atomenergiebehörde IAEA. (AP)
Mohamed El Baradei, Leiter der Atomenergiebehörde IAEA. (AP)

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und ihren Generaldirektor Mohamed El Baradei. Mit seiner Wahl würdigte das fünfköpfige Gremium den "unerschrockenen Einsatz" der Organisation und ihres Chefs gegen die Verbreitung von Atomwaffen.

Unter anderem heißt es in der Würdigung, die IAEA versuche zu verhindern, "dass die Nuklearenergie für militärische Zwecke genutzt wird" und bemühe sich darum, dass diese Energie "für friedliche Zwecke so sicher wie möglich" eingesetzt werde.

Engagement ganz im Sinne des Stifters


Das Komitee berief sich ausdrücklich auf den Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896). Er habe in seinem Testament verfügt, dass der Friedenspreis vorzugsweise an Personen verliehen wird, die sich für Entmilitarisierung eingesetzt haben.

Zugleich kritisierte das norwegische Gremium den weltweiten Umgang mit Atomwaffen. Immer mehr Staaten würden deren Entwicklung vorantreiben. Auch wachse die Gefahr, dass sich terroristische Gruppen solcher Vernichtungswaffen bemächtigten. Die internationalen Bemühungen um Abrüstung steckten in einer Sackgasse. "Dies macht die aktive Opposition gegen Atomwaffen heute umso wichtiger."

Unabhängige Überwacher der Atomindustrie


Die IAEA wurde 1957 gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Als unabhängige UN-Organisation soll sie die friedliche Nutzung der Kernenergie und die Einhaltung des Ende der 60er Jahre geschlossenen Atomwaffensperrvertrages überwachen. Ihr Chef, der 63-jährige Ägypter El Baradei, leitet Behörde seit 1997. Seither setzt er sich unermüdlich dafür ein, dass Atomwaffen nicht weiterverbreitet werden. Seine Unabhängigkeit als Diplomat der Vereinten Nationen zeigte sich unter anderem im Umgang mit der US-Regierung von George W. Bush. Während die USA Beweise verlangten, dass im Irak Atomwaffen gebaut würden, betonte El Baradei, er werde die Fakten so darstellen, wie er sie sehe. Ende September wurde er für eine dritte Amtszeit zum IAEA-Chef gewählt.

Von den 200 nominierten Kandidaten für den Friedensnobelpreis galt El Baradei als Favorit. Ebenfalls gute Chancen hatte man dem finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari eingeräumt. Er hatte sich für ein Friedensabkommen mit den Rebellen von Aceh in Indonesien eingesetzt. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder war nominiert. Der bislang letzte Deutsche, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, war 1971 Willy Brandt. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die kenianische Umweltministerin Wangari Maathai.

Der Preis ist mit rund 1,1 Millionen Euro dotiert und wird traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters, in Oslo verliehen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:12 Uhr