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Kartellamt: "FAZ" darf "Frankfurter Rundschau" übernehmen

28 Redakteure sollen die Zeitung fortführen

Die "FAZ darf die "Frankfurter Rundschau"übernehmen. (AP)
Die "FAZ darf die "Frankfurter Rundschau"übernehmen. (AP)

Das weitere Erscheinen der insolventen "Frankfurter Rundschau" scheint gesichert, zumindest das Bundeskartellamt hat grünes Licht gegeben. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" will das linksliberale Blatt weiterführen. Am Freitag hätte die "FR" ganz eingestellt werden müssen.

Wie die Wettbewerbsbehörde in Bonn mitteilte, habe sie im Hinblick auf die Leser- und Anzeigenmärkte keine Bedenken. Regional könne die Marktkonzentration zwar problematisch sein, trotzdem genehmige man eine "Sanierungsfusion". Nach Auskunft der Insolvenzverwaltung soll ein Kaufvertrag am Donnerstag unterschrieben werden.

28 Redakteure will die "FAZ" übernehmen, die meisten der insgesamt rund 450 Mitarbeiter von Druckzentrum und Verlag verlieren aber ihren Arbeitsplatz. "Es herrscht nun Erleichterung, dass ein wochenlanger Nervenkrieg sein Ende findet", sagte FR-Betriebsratschef Marcel Bathis. "Trotzdem ist es kein glücklicher Tag, weil es auch um den Verlust von Hunderten Arbeitsplätzen geht." Die seit Jahren defizitäre Zeitung, die derzeit mehrheitlich zum DuMont-Verlag gehört, hatte Mitte November Insolvenz angemeldet.

Die Mitarbeiter können vorerst in eine Transfergesellschaft wechseln, die sie bis zu sechs Monate lang bei der Suche nach einer neuen Stelle finanziell abfedern soll. Zuletzt hatte auch der türkische Investor Burak Akbay Interesse an der Zeitungangemeldet. Der Insolvenzverwalter hatte das Angebot aber als zu niedrig eingestuft.

Linksliberales Tradtionsblatt

Die "Rundschau" erschien erstmals am 1. August 1945 unter der Ägide von mehreren Herausgebern, die durchweg dem politisch linken bis kommunistischen Spektrum angehörten. Nach zwölf Jahren NS-Diktatur sollte das Blatt den Lesern den Geist von Freiheit und Parlamentarismus nahebringen. Der große Konkurrent am Frankfurter Zeitungsmarkt, die "Frankfurter Allgemeine", entstand erst nach Gründung der Bundesrepublik.

2003 kam die Zeitung zum ersten Mal in finanzielle Schwierigkeiten, sodass mangels Investor das CDU-geführte Land Hessen sie mit einer Landesbürgschaft stützten musste. Da hatte die "FR" noch rund 1.000 Mitarbeiter. 2004 übernahm die SPD-Medienholding ddvg 90 Prozent der Anteile am Druck- und Verlagshaus.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr