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Keine Lösung im Fall Assange in Sicht

Ecuador sucht Unterstützung amerikanischer Staaten

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Facundo Arrizabalaga)
WikiLeaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Facundo Arrizabalaga)

Patt im Tauziehen um Julian Assange: Ecuador hat dem WikiLeaks-Gründer Asyl gewährt, doch Großbritannien will den Australier nicht ausreisen lassen. Nun sucht Ecuador die Unterstützung anderer amerikanischer Länder.

Ecuador gewährt Julian Assange politisches Asyl, doch der WikiLeaks-Gründer hat kaum eine Chance, tatsächlich in das südamerikanische Land zu reisen. Großbritannien will dem Australier kein freies Geleit für einen Flug nach Ecuador gewähren. Assange war im Juni in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet.

Die ecuadorianische Regierung sucht nun die Unterstützung anderer amerikanischer Länder. Ecuador beantragte eine Sondersitzung der Außenminister der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Man müsse über die "ausdrücklichen Drohungen" der britischen Regierung gegenüber Assange beraten, erklärte die ecuadorianische OAS-Botschafterin María Isael Salvador.

Die USA und Kanada lehnten den Vorschlag ab, einige andere Mitglieder des ständigen Rates unterstützten ihn. Im Laufe des Tages will die OAS entscheiden, ob es in der nächsten Woche eine Sitzung über Assange geben wird.

Sondertreffen von Unasur und ALBA wegen Assange

Wegen des diplomatischen Streits mit Großbritannien hatte Ecuador auch die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) eingeschaltet und ein Treffen der Außenminister für Sonntag anberaumt. Am Wochenende kommt auch das lateinamerikanische Staatenbündnis der Bolivarischen Alternative für unser Amerika (ALBA) zu Beratungen über den Fall Assange zusammen.

Assange droht in Großbritannien die Abschiebung nach Schweden, wo er wegen Sexualdelikten angeklagt werden soll. Der WikiLeaks-Gründer bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und vermutet, er solle von Schweden in die USA abgeschoben werden und dort wegen der brisanten Enthüllungen von WikiLeaks juristisch verfolgt zu werden. Die Internetplattform hatte unter anderem Hunderttausende vertrauliche US-Depeschen veröffentlicht und sich damit den Zorn Washingtons zugezogen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr