Kinderporno-Seiten im Internet werden gesperrt

Bundeskriminalamt trifft Vereinbarung mit Anbietern

Ein Kriminalbeamter sichtet in seinem Büro im Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt verdächtiges Material aus dem Internet. (AP)
Ein Kriminalbeamter sichtet in seinem Büro im Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt verdächtiges Material aus dem Internet. (AP)

Die fünf größten Internetanbieter Deutschlands haben mit dem Bundeskriminalamt einen Vertrag über die Sperrung von Seiten mit kinderpornografischen Inhalten geschlossen. Das teilte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berlin mit.

Spätestens in sechs Monaten würden Internet-Nutzer beim Anklicken solcher Seiten auf ein rotes Stopp-Schild stoßen, meinte die CDU-Politikerin. Sie betonte, das Sperren der Seiten könne nur ein Baustein im Kampf gegen Kinderpornografie sein. Die strafrechtliche Verfolgung der Täter sowie der Schutz der Opfer stünden weiter an oberster Stelle. Der Chaos-Computer-Club kritisierte den Vorstoß als sinnlos. Solche Filter ließen sich leicht umgehen, sagte ein Sprecher des Vereins der "Deutschen Presse-Agentur". (MP3-Audio)

Das Bundeskabinett hatte seit Längerem über eine Sperrung solcher Seiten diskutiert.

Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, hielt eine Sperrung einschlägiger Seiten im Deutschlandfunk-Interview für unverzichtbar.

Der Bundesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, hatte im Deutschlandradio Kultur bei der Bekämpfung von Internet-Kriminalität eine bessere rechtliche und personelle Ausstattung angemahnt. Jansen sagte, die Politik habe noch nicht erkannt, dass der Tatort Internet ganz anders als herkömmliche Tatorte sei.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr