Köhler fordert ehrgeizige Klimaschutzziele

Steinkohle-Kraftwerke (AP)
Steinkohle-Kraftwerke (AP)

Vor Beginn des G8-Gipfels in Heiligendamm hat Bundespräsident Horst Köhler eine "neue industrielle Revolution" für den Klimaschutz gefordert. Nötig seien ehrgeizige Ziele, die dann aber auch umgesetzt werden müssten, sagte Köhler in Berlin. Als Hauptverantwortliche für den Klimawandel müssten die Industriestaaten dabei die größte Minderungslast tragen. Köhler unterstützte die Position von Bundeskanzlerin Merkel, die für ein Klimapolitik unter dem Dach der Vereinten Nationen eintritt.

Der Bundespräsident zeigte sich davon überzeugt, dass der G8-Gipfel Fortschritte in der Klimapolitik bringen werde. Sowohl die G8-Staaten als auch die aufstrebenden Nationen seien sich darüber bewusst, dass man die Probleme mit Aussitzen nicht lösen könne.

Auch Kanada verpflichtet sich zum Klimaschutz

Die Bundeskanzlerin sieht sich in den Bemühungen um die Festlegung von Klimaschutzzielen auch von der kanadischen Regierung unterstützt. Bei den Beratungen des EU-Kanada-Rates seien erfreuliche Resultate erzielt worden, sagte Merkel nach Gesprächen mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper in Berlin.

Die beiden Regierungschefs betonten die Rolle der Vereinten Nationen bei der Festlegung der Klimaschutzziele. Außerdem sollten alle großen Schadstoffverursacher einschließlich China und Indien eingebunden werden. Zugleich wurden aber auch Differenzen deutlich. Harper verwies auf das starke Wachstum der kanadischen Wirtschaft und gestand ein, die Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll nicht erfüllen zu können.

Japan will in Heiligendamm Initiative zum Klimaschutz ergreifen

Japan will auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm beim Thema Klimaschutz eine aktive Rolle einnehmen. Die USA und die Europäische Union hätten weiterhin unterschiedliche Ansichten über die Erderwärmung, sagte Ministerpräsident Abe vor seiner Abreise nach Berlin in Tokio. Daher müsse sein Land alle Staaten in eine für sie grundsätzlich akzeptable Richtung leiten. Abe rief alle Beteiligten dazu auf, eine Halbierung des Ausstoßes von Treibhausgasen bis zum Jahre 2050 zu akzeptieren. Den Vorschlag Deutschlands, Verhandlungen über einen Nachfolgevertrag des Kyoto-Protokolls bis 2009 abzuschließen, lehnt Japan ab.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hob die Bedeutung des G8-Gipfels für die Klimaschutzpolitik hervor. Sie erwarte wichtige Zwischenschritte auf dem Weg zu einem besseren Klimaschutz, sagte Ferrero-Waldner im Deutschlandfunk. (Text/ Audio)

Alternativgipfel in Rostock zu Klima und Armut

Neben dem Klimaschutz ist auch die Armutsbekämpfung ein Schwerpunktthema "Alternativgipfel" in Rostock. Die Veranstalter erwarten rund 1000 Teilnehmer aus aller Welt. Dazu gehört auch der UN-Sonderberichterstatter für das Welternährungsprogramm, Jean Ziegler. Auf der Konferenz sollen Alternativen zur Politik der G8-Staaten aufgezeigt werden.

Kardinal Lehmann mahnt Umsetzung der Milleniumsziele an

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, forderte die Teilnehmer der G8-Konferenz dazu auf, die Umsetzung der Milleniumsziele des G8-Gipfels aus dem Jahr 2000 zum Kampf gegen die Armut fortzusetzen. Die Teilnehmer des Treffens müssten eine Zwischenbilanz ziehen und prüfen, ob die Ziele bis 2015 noch zu erreichen seien, sagte Lehmann im Deutschlandradio Kultur. (Text)

Von Gummigeschossen bis GSG 9

Nach den Tumulten vom Wochenende fordern Politiker ein härteres Vorgehen der Polizei beim G8-Gipfel.
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Berichte zum G8-Gipfel: Der G8-Gipfel in Heiligendamm dauert vom 6. bis 8. Juni. Zwei zentrale Themen stehen bereits fest: der Klimaschutz und die drängenden Probleme Afrikas. Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur senden zahlreiche Beiträge zum Thema

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:23 Uhr