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Komorowski gewinnt Präsidentenwahl in Polen

Kaczynski räumt Niederlage ein

Bronislaw Komorowski (AP)
Bronislaw Komorowski (AP)

In Polen hat der liberal-konservative Kandidat Bronislaw Komorowski die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Wie die Wahlkommission in Warschau mitteilte, erhielt der 58-Jährige 53 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der national-konservative Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski erreichte 47 Prozent.

Schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen mit zehn Kandidaten hatte Komorowski mit 41,5 Prozent der Stimmen vorn gelegen, aber die absolute Mehrheit verfehlt. Jaroslaw Kaczynski hatte 36,5 Prozent erreicht.

Kaczynski räumte seine Niederlage ein. Die Abstimmung wurde notwendig, weil der bisherige Staatschef Kaczynski, der Zwillingsbruder des unterlegenen Kandidaten, im April bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen war.

Außenminister Westerwelle hat das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Polen als pro-europäisches Signal bewertet. Der neue Amtsinhaber Komorowski sei ein starker Partner für einen Kurs des Vertrauens und der Zusammenarbeit, sagte Westerwelle in Berlin. Künftig werde es eine engere Kooperation im Rahmen des so genannten Weimarer Dreiecks geben, das Deutschland und Polen mit Frankreich verbindet.

Auch seine Parteikollegin Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, hat den künftigen polnischen Präsidenten Komorowski als herausragende Persönlichkeit bezeichnet. Er habe sich bereits in den 80er-Jahren in der Solidarnosc-Bewegung als bedeutender Freiheitskämpfer hervorgetan, sagte die FDP-Politikerin. Mit ihm werde es leichter, das Land auf dem Weg in die Euro-Zone weiter voranzubringen. Wenn der erfolgreiche Wirtschaftskurs fortgesetzt werde, könne dies schon in fünf Jahren oder noch früher geschehen. Pieper fügte hinzu, die deutsch-polnischen Beziehungen seien so gut wie nie zuvor, betonte Pieper im Deutschlandfunk.

Kai-Olaf Lang begrüßt die Wahl von Komorowski zum polnischen Präsidenten. Der Liberal-Konservative werde innenpolitisch die Reformagenda der Regierung Tusk unterstützen und außen- und europapolitisch einen konstruktiven Kurs fahren, sagt der Polen-Experte Lang im Deutschlandfunk.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr