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Kompromiss zu Fracking in Deutschland

Begrenzte Zulassung der Schiefergas-Förderung

Zwischen Booten auf dem Bodensee: Erdgasgewinnung durch "Fracking" (dpa / Tobias Kleinschmidt)
Zwischen Booten auf dem Bodensee: Erdgasgewinnung durch "Fracking" (dpa / Tobias Kleinschmidt)

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Peter Altmaier (CDU) haben sich geeinigt: Das umstrittene Fracking soll in Deutschland unter bestimmen Bedingungen erlaubt werden. Die Opposition spricht von einer Mogelpackung, die beiden Minister verteidigen den Kompromiss.

Das Verfahren zur Gewinnung von Öl und Gas bietet nach Ansicht von Rösler erhebliche Chancen. Man müsse aber immer mögliche Auswirkungen auf die Umwelt im Auge haben, sagte der Wirtschaftsminister. Er verwies darauf, die Industrie habe angekündigt, umweltfreundliche Methoden entwickeln zu wollen.

Peter Altmeier Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (picture alliance / dpa)Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) (picture alliance / dpa) Bundesumweltminister Altmaier sagte, das Gesetz sende Signale aus, dass man ernst mache mit dem Schutz der Umwelt. Dieser Schutz habe Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Gleichzeitig betonte der CDU-Politiker: "Wir brauchen Klarheit über die chemischen Flüssigkeiten, die in den Boden gepumpt werden. Und solange das nicht hinreichend geklärt ist, sehe ich keine Perspektive für Fracking in Deutschland."

Der Entwurf sieht vor, dass Fracking in Trinkwasserschutzgebieten verboten sein soll, bei allen anderen Vorhaben ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben.

Opposition: Gesetzentwurf ist Vernebelungstaktik

Das geplante Gesetz sei eine Mogelpackung, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Eva Bulling-Schröter von der Partei die Linke. Es gaukele mehr Umweltschutz vor, wo in Wahrheit weniger drinstecke.

Der Grünen-Energiepolitiker Oliver Krischer sprach von einem Fracking-Fördergesetz. Der Ausschluss von Trinkwasserschutzgebieten sei reine Show. Im Umkehrschluss bedeute es nichts anderes, als dass auf über 80 Prozent der Landesfläche in Deutschland gefrackt werden dürfe.

Der Naturschutzbund Deutschland forderte ein Moratorium. Die Anwendung sei so lange zu unterbinden, bis sicher sei, dass von ihr keine Gefahr für Mensch und Natur ausgehe.

Umstrittenes Verfahren zur Förderung von Öl und Gas

Mit der Fracking-Methode wird Gas und Öl aus Gestein gewonnen. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck ins Gestein gepresst. Wie sich diese Art der Förderung auf die Umwelt auswirkt ist bisher wenig erforscht. Umweltschützer befürchten eine Verunreinigung des Trinkwassers. Auch das Bundesumweltamt sieht den Einsatz von Chemikalen kritisch, weil das anfallende Abwasser entsorgt werden muss.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

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