Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal

Runder Tisch legt Abschlussbericht vor

Missbrauchsopfer sollen vor allem bei Therapien unterstützt werden. (dpa picture alliance / Markus C. Hurek)
Missbrauchsopfer sollen vor allem bei Therapien unterstützt werden. (dpa picture alliance / Markus C. Hurek)

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat angekündigt, dass in dem Abschlussbericht des Runden Tisches zum sexuellen Missbrauch ein System konkreter Hilfen vorgeschlagen wird. Dazu gehöre die finanzielle Unterstützung von Therapien, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="164408" text="sagte die FDP-Politikerin im Deutschlandradio Kultur." alternative_text="sagte die FDP-Politikerin im Deutschlandradio Kultur." />

Leutheusser-Schnarrenberger begründete dies mit "psychischen traumatischen Belatungen", die bei den Betroffenen bis heute vorhanden seien. Reine Barauszahlungen an Missbrauchsopfer werde es nicht geben. Die Empfehlungen erstreckten sich nicht nur auf Taten innerhalb von Institutionen, sondern auch auf den familiären Missbrauch.

Die Leiterin der Beratungsstelle "Zartbitter", Ursula Enders, zeigte sich allerdings enttäuscht von den Ergebnissen. Die Institutionen hätten stärker verpflichtet werden müssen, mehr für die Vorbeugung zu tun, sagte Enders im Deutschlandfunk. Sie bemängelte, dass zu wenig zum Ausbau des Beratungsangebots vereinbart worden sei.

Pater Mertes: Missbrauchsfälle haben Kirche verändert

Pater Klaus Mertes, Direktor am Canisius-Kolleg (AP)Pater Klaus Mertes: Es gibt ein Umdenken bei den Katholiken. (AP)Unterdessen haben nach Ansicht des Jesuitenpaters Klaus Mertes die Missbrauchsfälle ein Umdenken bewirkt. "Die große Mehrheit in der katholischen Kirche ist dankbar und froh darüber, dass diese Dinge sichtbar geworden sind", erklärte Mertes im Deutschlandfunk. Es habe "sehr, sehr viel Bewegung gegeben". Er selbst hatte als Rektor des Berliner Canisius-Kollegs wesentlichen Anteil daran, dass Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche öffentlich wurden.

Als im vergangenen Jahr zahlreiche Missbrauchsfälle an verschiedenen Schulen ans Tageslicht kamen, reagierte die Bundesregierung mit der Einrichtung des Runden Tisches. Vorderste Aufgabe: Eine bessere Prävention schaffen und die Fälle aufarbeiten.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr