Leipziger Buchmesse für Publikum geöffnet

Schwerpunkt liegt erneut auf Literatur aus Osteuropa

Tausende neue Bücher werden auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. (picture alliance / dpa/ Hendrik Schmidt)
Tausende neue Bücher werden auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. (picture alliance / dpa/ Hendrik Schmidt)

Unter großem Andrang hat die Leipziger Buchmesse heute für die Besucher geöffnet. Auf dem Frühjahrstreffen der Buchbranche präsentieren sich mehr als 2000 Aussteller aus 43 Ländern. Sie zeigen über 100 000 Titel, darunter 20 000 Neuerscheinungen.

Die Leipziger Buchmesse soll laut ihrem Direktor Oliver Zille für "Literatur und fürs Lesen begeistern". Prominente Unterstützung geben Schriftsteller wie Martin Walser, Christoph Hein, Ilja Trojanow und Amos Oz. Auch die Ex-Politik Michail Gorbatschow und Egon Bahr haben ihr Kommen angekündigt, und die Schauspieler Heiner Lauterbach und Andrea Sawatzki lesen ebenfalls aus ihren jüngst erschienen Büchern. Mehr als 2000 Aussteller präsentieren bis zum 17. März rund 100.000 Titel, darunter 20.000 Neuerscheinungen.

Der Schwerpunkt der Messe liegt bereits zum zweiten Mal auf Literatur aus Polen, Weißrussland und der Ukraine. Mehr als 40 Autoren dieser Länder werden anreisen, um die Besucher mit ihrer Literatur und Kultur vertraut zu machen. In diesem Jahr sollen sich die Lesungen und Diskussionen vor allem um die drei zentralen Themen Identität, Frauenpower und Zensur drehen.

Leipziger Buchmesse (Bild: dpa/Sebastian Willnow)

Mit Spannung wird die Vergabe des Leipziger Buchpreises erwartet. In der Kategorie Belletristik sind die Autoren Ralph Dohrmann, Lisa Kränzler, Birk Meinhardt, David Wagner und Anna Weidenholzer nominiert. Weidenholzer war mit ihrem Roman "Der Winter tut den Fischen gut" vom Publikum als Favorit gekürt worden.

Lust am Lesen wecken soll das Festival "Leipzig liest", das bereits in den vergangenen Jahren das Programm der Buchmesse begleitete. An 365 Orten in der Stadt lesen sowohl bekannte Autoren als auch Debütanten aus ihren Werken vor, unter anderem in einer "brasilianischen Nacht", einer "österreichischen Kriminacht", der "nordischen Nacht" oder der "Adrianacht".

Auch die Buchbranche nutzt die Messe natürlich als Plattform, um die Lust an der Literatur zu wecken. Mit einer eigens entwickelten Kampagne namens "Vorsicht Buch!", an der sich 5000 Buchhändler sowie deutsche Verlage und Zwischenbuchhändler beteiligen, will sie die Menschen fürs Lesen begeistern.

Leipziger Buchmesse (Bild: dpa/Hendrik Schmidt)

Im Blick habe die Branche nicht nur das "Kulturgut Buch", sondern auch die Situation "des Buchhändlers um die Ecke", sagte Alexander Skipsis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Dieser erlebt seit Jahren scharfe Konkurrenz aus dem Internet und soll mit der Kampagne gestärkt werden. Der Umsatzanteil des stationären Buchhandels am gesamten Markt lag laut Skipis 2011 bei 49,5 Prozent, der des Internethandels bei 17,8.

Die Umsätze der Branche hätten in den ersten Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent zugelegt, berichtete er. "Wir sind optimistisch, dass es so weitergeht." Der gesamte Branchenumsatz betrug im vergangenen Jahr rund 9,6 Milliarden Euro. Besonders Reiseführer (plus 6,6 Prozent), Belletristik (plus 2,9 Prozent) und Ratgeber (plus 4 Prozent) sind derzeit bei den Lesern gefragt.

Skipis erwartet zudem, dass der Verkauf von E-Books weiter anziehen wird. 2011 habe deren Anteil am Branchenumsatz bei einem Prozent gelegen, 2012 bereits bei zwei Prozent. In den USA sind es allerdings bereits über 30 Prozent.

Unser Programm zur Buchmesse:

Literaturmarathon in Leipzig Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur auf der Leipziger Buchmesse
Gespräche auf dem Blauen Sofa Live von der Leipziger Buchmesse

Unser Kollege Hans von Trotha bloggt täglich von der Messe

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr