Lepenies erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Früherer rumänischer Außenminister Plesu würdigt den Soziologen

Der Soziologe Wolf Lepenies (links) und Gottfried Honnefelder, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Preisverleihung am Sonntag (AP)
Der Soziologe Wolf Lepenies (links) und Gottfried Honnefelder, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Preisverleihung am Sonntag (AP)

Der frühere Direktor des Berliner Wissenschaftskollegs, Wolf Lepenies, ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Der 65-jährige Soziologe sei ein Friedensstifter, der verstehen und unparteiisch beurteilen könne, sagte der rumänische Philosoph und frühere Außenminister Andrei Plesu, der die Laudatio hielt.

Der Frieden, den Lepenies möglich mache, sei nicht der Frieden eines engelhaften Redners, sondern der Frieden eines gut informierten und pragmatischen Experten. Wegen seines exakten Verständnisses für Osteuropa wies Plesu dem Wissenschaftler eine wichtige Rolle im Dialog zu. "Nur sehr wenige unter den abendländischen Forschern haben solch ein exaktes und nuanciertes Verständnis des Ostens wie er", sagte Plesu.

In seiner Dankesrede warb Lepenies für einen Dialog zwischen dem Westen und dem Islam, für den auch die Wissenschaften eine besondere Verantwortung trügen. "Es gilt für den Westen, mit aller Kraft die Leitidee eines mit der Moderne kompatiblen Islam zu stärken, die aus der Mitte der muslimischen Welt heraus entwickelt und propagiert wird", erklärte Lepenies.

Die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gehört traditionell zu den Höhepunkten der Frankfurter Buchmesse. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:19 Uhr