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"Letzte Chance für einen gerechten Frieden"

UNO-Vollversammlung: Palästinenserpräsident Abbas fordert "endgültigen" Friedensvertrag mit Israel

Abbas beteuerte seinen Willen zu Friedensverhandlungen mit Israel. (picture alliance / dpa / Justin Lane)
Abbas beteuerte seinen Willen zu Friedensverhandlungen mit Israel. (picture alliance / dpa / Justin Lane)

Es war eine Premiere: Erstmals trat Palästinenserpräsident Abbas als Staatschef vor die UNO-Vollversammlung. Die Friedensverhandlungen mit Israel müssten vorankommen - bei einem Scheitern seien die Konsequenzen katastrophal.

«Wir wollen ein vollständiges und endgültiges Abkommen und einen Friedensvertrag zwischen den Staaten Palästina und Israel, der alle offenen Probleme löst», beteuerte Mahmud Abbas vor der Versammlung der UNO-Mitgliedsstaaten in New York. Er versprach, dass seine Seite alle Verpflichtungen einhalten und für eine konstruktive Atmosphäre bei den Friedensgesprächen sorgen werde.

Abbas verwies auf das kleine Zeitfenster, das noch bleibe. Er bezeichnete die kürzlich unter US-Vermittlung angelaufenen Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern als «letzte Chance für einen gerechten Frieden». Akzeptiert würde nur eine Gesamtlösung. Und weiter: «Alleine schon der Gedanke an die katastrophalen und Angst machenden Konsequenzen des Scheiterns muss die internationale Staatengemeinschaft doch schon dazu bewegen, ihre Anstrengungen zu intensivieren, diese Chance zu nutzen.» Abbas erntete von vielen UNO-Vertretern langen Applaus für diese Worte.

Zankapfel Siedlungsbau

Abbas sprach in diesem Jahr zum ersten Mal als Staatschef zu den Delegierten, nachdem Palästina im vergangenen Jahr – gegen den Widerstand Israels und der USA - als Beobachterstaat anerkannt worden war. Er betonte ausdrücklich, dass die Ausrufung des Staates Palästina den "komatösen" Friedensverhandlungen nicht geschadet habe.

Als großes Problem bezeichnete Abbas dagegen erneut den Bau jüdischer Siedlungen in den besetzten Gebieten. Sie seien auch in den Augen der Welt illegal und die größte Hürde auf dem Weg zum Frieden, weil sie die Zwei-Staaten-Lösung unterliefen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:18 Uhr