Lyriker und Kabarettist

Vor 125 Jahren wurde Joachim Ringelnatz geboren

Im Jahr seines 125. Geburtstages würdigt ihn seine Geburtsstadt Wurzen mit allerlei Feierlichkeiten.  (Stock.XCHNG / Elena Buetler)
Im Jahr seines 125. Geburtstages würdigt ihn seine Geburtsstadt Wurzen mit allerlei Feierlichkeiten. (Stock.XCHNG / Elena Buetler)

Er war Matrose, Buchhalter, Maler, Privatbibliothekar und Kabarettist: Joachim Ringelnatz - mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher - wurde am 7. August 1883 in Wurzen bei Leipzig geboren. Noch heute, im Jahr seines 125. Geburtstages, werden Werke des Dichters von einem großen Publikum gelesen.

Zwischen 1910 und 1934 brachte es der Autor auf fast 20 Bücher: mehrere Gedichtbände, Romane, Bühnenstücke und Erzählungen sowie Märchen für Kinder. Seine größten Erfolge waren die "Turngedichte" und die Lieder vom Seemann "Kuttel Daddeldu". 1933 erhielt der Humorist Auftrittsverbot, seine Bücher wurden beschlagnahmt, seine Malerei wurde als entartet verleumdet.

Seine Geburtsstadt Wurzen im Freistaat Sachsen würdigt ihn mit einem Ringelnatzjahr. Im Wurzener Museum wird die deutschlandweit bedeutendste Ringelnatz-Sammlung präsentiert. Zudem wird ein Gässchen nach ihm benannt, so wie Ringelnatz es sich in einem kleinen Gedicht gewünscht hatte.

Im Alter von 51 Jahren starb Ringelnatz 1934 an einer zu spät behandelten Lungentuberkulose. Begraben wurde er in Berlin.

"Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!"

Holger Teschke erinnert an den seebefahrenen Lyriker und Erfinder des Matrosen Kuttel Daddeldu, der mit seinen Seemannsballaden und Kindergedichten zu einem der beliebtesten Vortragskünstler der Weimarer Republik wurde.

Als Marinesoldat in Cuxhaven

Die Abenteuer des Seemanns Kuttel Daddeldu sind legendär: Am Ende seiner Sauftourdurch das Bordellviertel am Hafen, nach handfesten Auseinandersetzungen mit Steuermann und Polizei findet er sich frühmorgens elend "zwischen Nasenbluten und pomm de Schwall" auf der Pier wieder.

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Der Geburtstag des Schriftstellers war auch Anlass für das Erscheinen des "Großen Lesebuches" am 7. August. Es bietet eine erbauliche Mischung aus seinem Werk: Skurriles, leichte Muse, Ironie als Haltung gegenüber der Welt und nüchtern-präzise Beobachtung. Das Buch eignet sich als Einstieg in die Texte dieses Klassikers deutscher Komik.

Die Poesie erfundener Tiere

Er erfand Figuren wie die Ameise oder den Briefmark. Joachim Ringelnatz verstand es, im Kleinen das Große zu finden, meint Thomas Gsella. Der Chef des Satiremagazins "Titanic", selbst Lyriker und Ringelnatz-Preisträger, bekennt, er habe die "Lust am schönen Nonsens, der in absolutem Unsinn verebbt" von dem Dichter gelernt.

Ringelnatz-Gedichte im Lyrik-Kalender:

Von einem, dem alles danebenging
Großer Vogel
Pfingstbestellung
Ein Taschenkrebs und ein Känguruh
Im dunklen Erdteil Afrika

Weitere Infos:

ringelnatz-verein.de

ringelnatzjahr2008.de

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:30 Uhr