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Machtwechsel in Taiwan

Künftiger Präsident Ma Ying-jeou strebt engere Beziehungen zu China an

Ma Ying-jeou, zukünftiger Präsident Taiwans, bei einer Pressekonferenz in Taipeh. (AP)
Ma Ying-jeou, zukünftiger Präsident Taiwans, bei einer Pressekonferenz in Taipeh. (AP)

Mit deutlichem Vorsprung hat der Oppositionskandidat Ma Ying-jeou die Präsidentenwahl in Taiwan gewonnen. Der 57-jährige Spitzenpolitiker von der Nationalpartei Kuomintang setzte sich mit 7,6 Millionen Stimmen gegen seinen Konkurrenten Frank Hsieh von der regierenden Fortschrittspartei durch, der nur auf 5,4 Millionen kam. Das berichtete die Wahlkommission anhand der vorliegenden Auszählungsergebnisse in Taipeh.

Die 23 Millionen Einwohner zählende demokratische Inselrepublik steht damit vor einem Regierungswechsel von der Fortschrittspartei zur Kuomintang, die bereits im Parlament die Mehrheit stellt.

Insgesamt waren rund 17 Millionen Taiwaner aufgerufen, über die Nachfolge von Staatschef Chen Shui-bian zu entscheiden, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Chen wird sein Amt am 20. Mai an seinen Nachfolger Ma übergeben.

Anders als der zur Unabhängigkeit tendierende bisherige Präsident Chen nimmt Ma eine eher gemäßigte Haltung gegenüber Peking ein. Wahlsieger Ma will die Beziehungen Taiwans zu China entspannen und strebt einen Friedensvertrag mit der Volksrepublik an. In seiner Reaktionen auf die Niederschlagung der Proteste in Tibet hatte Ma Ying-jeou aber eine harte Linie verfolgt und einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele nicht ausgeschlossen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr