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Menschenrechtspreis für Müller

Auszeichnung der Literatur-Nobelpreisträgerin vom "Zentrum gegen Vertreibung"

Die Schriftstellerin Herta Müller auf einer Pressekonferenz in Berlin. (AP)
Die Schriftstellerin Herta Müller auf einer Pressekonferenz in Berlin. (AP)

Am heutigen Sonntag wurde Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Die Feierlichkeiten fanden am Nachmittag in der Frankfurter Paulskirche statt. Den Preis erhält sie für ihren Roman "Atemschaukel".

Darin beschreibt die Autorin die Deportation eines Rumänien-Deutschen in ein sowjetisches Arbeitslager nach 1945. Die Laudatio auf die 56-Jährige, die selbst als Deutsche in Rumänien aufgewachsen ist, hält der Schriftsteller Ilija Trojanow.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibung" verliehen und ist nach dem jüdischen Schriftsteller Franz Werfel benannt. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Müller "dem vielfältigen Schrecken des Lagerlebens" einen "literarisch einzigartigen Ausdruck" gegeben hat. Es mache deutlich, dass auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs Menschenrechte in weiten Teilen Europas keine Heimstatt hätten.

Nach Angaben der Jury fiel die Entscheidung für Herta Müller bereits am 1. Oktober und damit vor der Verleihung des Nobelpreises an die in Berlin-Friedenau lebende Schriftstellerin. Im Jahr 2007 erhielt der ungarische Autor György Konrad den Menschenrechtspreis.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:34 Uhr

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