Merkel und Hollande wollen "alles tun, um die Eurozone zu schützen"

EZB-Hilfe für Krisenstaaten im Gespräch

Einig über die Euro-Rettung: Merkel und Hollande (picture alliance / dpa / Jacky Naegelen)
Einig über die Euro-Rettung: Merkel und Hollande (picture alliance / dpa / Jacky Naegelen)

Deutschland und Frankreich haben in einer gemeinsamen Erklärung angekündigt, die Gemeinschaftswährung unter allen Umständen abzusichern. Die Staaten seien "entschlossen, alles zu tun, um die Eurozone zu schützen", erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande. Vorangegangen waren ähnliche Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi.

Kanzlerin Merkel hatte den französischen Präsidenten aus dem Urlaub angerufen, um die Erklärung zu erarbeiten. Die Mitgliedstaaten müssten "wie auch die europäischen Institutionen, jeweils in ihrem eigenen Kompetenzbereich, ihren Verpflichtungen nachkommen", steht darin. Zudem sollten die Schlussfolgerungen des letzten Euro-Gipfels von Ende Juni für eine langfristige Sicherung der Eurozone "rasch" umgesetzt werden.

Mario Draghi, Chef der italienischen Zentralbank (dpa)Mario Draghi hat die Debatte neu entfacht (dpa)In London hatte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag gesagt, die Zentralbank werde alles tun, um die Gemeinschaftswährung zu retten: "Und glauben Sie mir, das wird ausreichen." Anleger und Experten werteten das als Hinweis darauf, dass die Notenbank wieder Anleihen von Krisenländern kaufen will. So könnte sie den Zins drücken, zu dem sich die Staaten neu verschulden.

Unklarheit über mögliche Anleihekäufe

Nach Informationen der französischen Zeitung "Le Monde" plant die Zentralbank eine konzertierte Aktion mit den Mitgliedsstaaten, um gemeinsam mit dem Euro-Rettungsschirm EFSF spanische und italienische Staatsanleihen aufzukaufen. Die Finanzmärkte nahmen den Plan positiv auf: Sowohl die Aktienkurse als auch der Euro machten einen Sprung nach oben.

Zweifel hingegen hat Ulrich Kater. Der Chefvolkswirt der Deka-Bank sagte im Deutschlandfunk: "Ich weiß nicht, ob die Märkte das nicht ein bisschen überinterpretiert haben, denn ich rechne nicht damit, dass jetzt unlimitierte Anleihekäufe verkündet werden." Er schlägt ein grundsätzliches Verbot von Staatsverschuldungen vor.

Schäuble begrüßt EZB-Vorstoß

Italien konnte gestern bereits eine halbjährige Anleihe am Markt zu 2,54 Prozent Zinsen platzieren. Vor einem Monat hatte das Land noch 2,96 Prozent bieten müssen. Ob das an einem Eingriff der EZB oder neu gewonnenem Vertrauen der Anleger lag, blieb unklar. Auskunft über ihre Aktivitäten gibt die Notenbank erst am Montag.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) begrüßte Draghis Ankündigung. Die Politik müsse aber die Voraussetzungen für EZB-Interventionen schaffen, indem sie ihrerseits alles zur Bewältigung der "Finanz- und Vertrauenskrise" tue. Die Bundesbank hingegen äußerte sich kritisch zu etwaigen EZB-Ankäufen von Staatsanleihen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr