Militärischer Abschirmdienst

Militärischer Abschirmdienst

Der Militärische Abschirmdienst ist der kleinste der drei deutschen Geheimdienste auf Bundesebene, nach dem Bundesnachrichtendienst und dem Verfassungsschutz. 2011 hatte der MAD knapp 1200 Mitarbeiter und erhielt knapp 72 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt.

Gegründet wurde der Dienst 1956 nach Aufstellung der Bundeswehr als Amt für Sicherheit der Bundeswehr. 1984 wurde daraus der MAD. Zu seinen Aufgaben im Inland gehört die Überprüfung von Soldaten auf extremistische Einstellungen und Aktivitäten. Zudem soll er Spionage oder Sabotage in der Bundeswehr unterbinden. Pro Jahr nimmt der Dienst mehr als 50 000 Sicherheitsüberprüfungen vor.

Zusammen mit dem Bundesamt und dem thüringischen Landesamt für Verfassungsschutz war der MAD zwischen 1997 und 2003 an der "Operation Rennsteig" beteiligt, mit der die Geheimdienste Informationen über die thüringische Neonazi-Szene gewinnen wollten. Aus dieser Szene ging die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Hintergrund" (NSU) hervor, die für zehn Morde verantwortlich gemacht wird. NSU-Mitglied Uwe Mundlos leistete seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ab.