Mindestens 14 Tote durch Herbststürme in Westeuropa

Orkantief "Christian" sorgt auch für Verkehrsprobleme

Der Sturm hat den Turmaufbau einer Windmühle im Fischerort Greetsiel in Niedersachsen abgerissen. (dpa / Ingo Wagner)
Der Sturm hat den Turmaufbau einer Windmühle im Fischerort Greetsiel in Niedersachsen abgerissen. (dpa / Ingo Wagner)

Beim ersten heftigen Sturm dieses Herbstes sind in Europa mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Kilometern pro Stunde wurden viele Gebäude beschädigt. Flugzeuge konnten nicht starten, Bahnstrecken waren durch umgestürzte Bäume blockiert.

Allein in Deutschland kosteten die Stürme in Orkanstärke mindestens sechs Menschen das Leben. In Göhl bei Oldenburg in Holstein starb eine Frau, nachdem sie von einer umstürzenden Mauer verschüttet worden war. Zuvor war in Flensburg ein Mann von einem Baum erschlagen worden. Auch in Gelsenkirchen wurden ein Autofahrer und ein Kind von einem Baum erschlagen. Bereits am Sonntag war in einem See in der Nähe von Köln ein Segler gestorben, nachdem er mit seinem Boot gekentert war. Bei Sundern im Hochsauerlandkreis ertrank am selben Tag ein Angler, als sein Boot vermutlich wegen starken Wellengangs umkippte. Zudem wurden in Nordrhein-Westfalen mehrere Menschen verletzt. Der Sturm fegte Bauschilder, Mülltonnen und Dachziegel weg und legte Bäume um.

Am Nachmittag wurde der komplette Regionalbahnverkehr in Schleswig-Holstein eingestellt, wie Thielko Grieß im Deutschlandfunk berichtet . Auch in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Braunschweig kam es zu Beeinträchtigungen. Am Düsseldorfer Flughafen fielen mehrere Flüge aus – ebenso wie zahlreiche Fährverbindungen auf der Nordsee; zudem war Helgoland bereits am Morgen vom Festland abgeschnitten. Für die nordfriesische Küste und das Elbegebiet wurde eine Sturmflutwarnung herausgegeben.

"Das Schlimmste ist jetzt aber durch"

Passanten kämpfen auf einem Deich in Brunsbüttel gegen den Sturm. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)Passanten kämpfen auf einem Deich in Brunsbüttel gegen den Sturm. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)In Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Dänemark verloren sieben Menschen ihr Leben. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom. An den Flughäfen London-Heathrow und Amsterdam-Schiphol fielen zahlreiche Flüge aus, der Zugverkehr im Süden Großbritanniens kam zum Erliegen. In Südengland fuhr ein Atomkraftwerk aus Sicherheitsgründen seine beiden Reaktoren automatisch herunter.

Das Orkantief "Christian" hatte zunächst in der Nacht zu Montag in Großbritannien gewütet und war dann nach Deutschland gezogen. Beim Deutschen Wetterdienst war Spitzenreiter bei der Windgeschwindigkeit eine Messstation in St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein: Hier wurden 173 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Wetterdienst mminternational (früher Meteomedia) registrierte auf Helgoland sogar 191 km/h. "Das Schlimmste ist jetzt aber durch", sagte ein DWD-Meteorologe am Nachmittag. Der Wind sollte im Laufe der Woche bundesweit abflauen.

Letzte Änderung: 31.10.2013 23:12 Uhr