Mindestens elf Tote bei Einsturz einer Eissporthalle

Gedenken an die Opfer

Das Dach der eingestürzten Eishalle in Bad Reichenhall an der deutsch-österreichischen Grenze (AP)
Das Dach der eingestürzten Eishalle in Bad Reichenhall an der deutsch-österreichischen Grenze (AP)

In Bad Reichenhall haben hunderte Menschen nach dem Einsturz der Eissporthalle der Opfer gedacht. Mit Kerzen und Fackeln versammelten sie sich am Abend auf dem Rathausplatz.

Bislang sind aus den Trümmern elf Leichen geborgen worden. 34 Verletzte konnten nach Angaben der Einsatzleitung gerettet werden. Von vier georteten Verschütteten gibt es bislang keine Lebenszeichen.

Eine Spezial-Bergungsfirma hat damit begonnen, die Trümmer des Daches mit schwerem Gerät zu räumen.

Oberbürgermeister weist Vorwürfe zurück


Die Suche geht weiter (AP)Die Suche nach Überlebenden in Bad Reichenhall geht weiter. (AP)Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Der Reichenhaller Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier wies Vorwürfe der Fahrlässigkeit zurück. Das Dach sei wenige Stunden vor dem Unglück ordnungsgemäß vom Hallenwart auf die Belastung durch Schnee überprüft worden, sagte Heitmeier. Da die Werte deutlich unter dem erlaubten Grenzbereich gelegen hätten, habe keine Notwendigkeit bestanden, die Halle zu räumen.

Nach Angaben des örtlichen Eishockey-Vereins wurde jedoch kurz vor dem Unglück ein Training in der Halle mit Schülergruppen wegen Einsturzgefahr abgesagt. Unklar ist, weshalb sich dennoch normale Eislaufgäste, unter ihnen auch viele Familien mit Kindern, in dem Gebäude befanden.

Kanzlerin sagt Hilfe zu


In Berlin drückte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. "Das grausame Schicksal, das insbesondere Kinder und junge Menschen erlitten haben, die einen unbeschwerten Ferientag mit ihren Familienangehörigen verleben wollten, bewegt mich und bewegt uns alle in ganz besonderer Weise", sagte Merkel. Die Regierungschefin sagte der bayerischen Landesregierung jede denkbare Hilfe zu.

Stoiber besucht Unglücksort


Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber rief bei einem Besuch in Bad Reichenhall zu Spenden für die Betroffenen auf, damit diese neben den seelischen Lasten nicht auch noch materiell Not leiden müssten. Er sagte den Opfern des Unglücks und ihren Angehörigen unbürokratische Hilfe zu. "Wir werden einen Fonds einrichten, um Betroffenen zu helfen", erklärte der CSU-Politiker.

Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag (peter-ramsauer.de)CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer (peter-ramsauer.de)Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, warnte nach dem Unglück in Bad Reichenhall vor vorschnellen Schuldzuweisungen. Spekulationen, vor dem Halleneinsturz sei nicht rechtzeitig gewarnt worden, seien inzwischen widerlegt, erklärte Ramsauer im Deutschlandradio Kultur.

Wegen des Unglücks wurde die für Donnerstag geplante Eröffnungsfeier in Bad Reichenhall für den Rodel-Weltcup in Königssee abgesagt.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:13 Uhr