Mit klarer Linie und Selbstbewusstsein

Bundesparteitag der Grünen in Freiburg

Die Grünen Renate Künast, Jürgen Trittin, Claudia Roth und Cem Özdemir (v.l.n.r.). (AP)
Die Grünen Renate Künast, Jürgen Trittin, Claudia Roth und Cem Özdemir (v.l.n.r.). (AP)

An diesem Wochenende kommen die Grünen zum Bundesparteitag in Freiburg zusammen. Die Partei, die in ihrer Anfangszeit oft als Öko-Randgruppe belächelt wurde, liegt derzeit in einem Umfragehoch. Jutta Dittfurth, Gründungsmitglied er Partei hält die neuen Wählerschichten aber für erzkonservativ.

Im aktuellen ARD DeutschlandTrend erreichte die Partei bei der Sonntagsfrage 22 Prozent und lag damit vor der SPD. Dieses Allzeithoch und die stetig wachsende Zahl der Mitglieder in den vergangenen sechs Wochen steigert das Selbstbewusstsein der Partei vor dem Bundesparteitag.

Sven Giegold, Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament (Bündnis 90 / Die Grünen NRW)Sven Giegold, Mitglied der Grünen-Fraktion im Europaparlament (Bündnis 90 / Die Grünen NRW)Dennoch ruft der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold im Deutschlandfunk Kultur seine Partei dazu auf, sich treu zu bleiben. Er hält es für notwendig, das Profil der Partei in der Sozialpolitik nachzuschärfen.

Ähnlich äußerte sich auch Parteichefin Claudia Roth. "Es wird ein Arbeitsparteitag", betonte sie. "Sie werden sehen, dass wir uns nicht partymäßig besoffen feiern", sagte sie im Hinblick auf die guten Umfragewerte ihrer Partei.

Am Sonntag werden die gesundheitspolitischen Vorstellungen der Partei mit einer Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung debattiert. Die Grünen haben eine drastische Senkung der Krankenkassenbeiträge um bis zu drei Prozentpunkte durch ihr gesundheitspolitisches Konzept in Aussicht gestellt.

Zu Beginn des Parteitags stehen das Kernthema Atomenergie mit der Forderung nach einem raschen Umstieg auf erneuerbare Energien und der Protest gegen die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke auf dem Programm.

Die Autorin Jutta Ditfurth (AP)Die Autorin Jutta Ditfurth (AP)Die Publizistin und Ex-Grüne Jutta Ditfurth äußerte sich zur Atompolitik der Grünen im Deutschladfunk.Aus ihrer Sicht wollen die Grünen das Thema Atomkraft in den Schatten stellen, da sie in der rot-grünen Regierugnszeit selbst Atommüll-Transporte gebilligt hätten. Zudem hält sie die neuen Wählerschichten, die den Grünen zufließen für "dermaßen erzkonservativ", so das einstige Gründungsmitglied weiter.

Kretschmann, WinfriedWinfried Kretschmann, Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, sagte im Deutschlandfunk, dass man beim Parteitag nicht zu viel versprechen sollte. "Lieber etwas weniger, dass man sicher sein kann, dass man es nachher auch umsetzen kann."

An diesem Wochenende werden zudem mit dem Parteivorstand und dem Parteirat die zwei zentralen Steuerungsgremien der Grünen neu gewählt. Parteichefin Roth und der Co-Vorsitzende Cem Özdemir gelten als unangefochten und dürften ohne Gegenkandidaten gewählt werden.

Von Freiburg soll an diesem Wochenende ein klares Signal ausgehen: Die Grünen befassen sich mit programmatischen Fragen sowie Inhalten und sind selbstbewusst.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr