Möglicherweise letzte Runde bei Regierungssuche in Griechenland

Staatspräsident verhandelt mit kleinen Parteien über Regierungsbildung

Er will nicht: Linken-Chef Alexis Tsipras (picture alliance / dpa /  Alkis Konstantinidis)
Er will nicht: Linken-Chef Alexis Tsipras (picture alliance / dpa / Alkis Konstantinidis)

Wer würde gerne mal regieren? Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias redet mit den kleineren Parteien, ob sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Nachdem es am Sonntagabend kein Ergebnis gab, sollen die Gespräche heute fortgesetzt werden.

Zuletzt hatte Karolos Papoulias von der zweitstärksten Kraft bei der Parlamentswahl, dem Linksbündnis Syriza, eine Absage bekommen. Dessen Chef Alexis Tsipras erklärte in Athen, er könne keiner Regierung beitreten oder sie auch nur unterstützen, die vorhabe, die Auflagen des internationalen Rettungspakets zu erfüllen. Die anderen Parteien forderten von Syriza, "Komplize eines Verbrechens zu werden", meinte Alexis Tsipras. Er findet, die bisher regierende Koalition aus der konservativen Nea Dimokratia und der sozialistischen Pasok solle sich stattdessen mit der demokratischen Linken zusammentun, um eine Mehrheit im Parlament zustande zu bekommen.

Die Vorsitzenden von Nea Dimokratia und Pasok, Antonis Samaras und Evangelos Venizelos, nannten die Haltung des Linkspolitikers unverantwortlich. Sie führe geradewegs zu einem Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro. Eine Koalition der beiden Parteien mit der Demokratischen Linken (Dimar) ist aber auch nicht so einfach, wie Tsipras es darstellt. Grund: Die Dimar hatte eine Mitwirkung von Syriza stets als Bedingung für eine Regierungsbeteiligung genannt.

Offenbar konnte Präsident Papoulias die Partei davon bislang nicht abbringen. "Wir machen morgen weiter", sagte er am Abend in Athen.

Am Samstag hatte Sozialisten-Chef Venizelos das Mandat zur Regierungsbildung zurückgegeben.

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland

Angesichts des Ringens um eine Regierungsbildung signalisiert Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Entgegenkommen. Weitere Hilfen für Griechenland seien nicht ausgeschlossen. "Wenn die Griechen eine Idee haben, was wir zusätzlich tun können, um das Wachstum zu fördern, kann man immer darüber sprechen und nachdenken", sagte er der "Welt am Sonntag".

Über Griechenland und über Spanien berät Schäuble am Montag mit seinen Kollegen aus der Eurogruppe. Möglicherweise wird bei dem Treffen auch schon einmal erörtert, ob Schäuble als Nachfolger von Jean-Claude-Juncker Chef der Eurogruppe werden soll.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr