Startseite > Über uns > Unternehmen > Personen > Korrespondenten > Auslandskorrespondenten > Beitrag

Moskau

Thielko Grieß

Thielko Grieß (©Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré)
Thielko Grieß (©Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré)

Adresse:
Deutschlandradio Moskau
Kutusowskij Prospekt 13 kw 100/10
Russische Föderation
moskau@deutschlandradio.de

Moskau ist gerade einmal etwa drei Flugstunden von Deutschland aus entfernt – doch viele von Ihnen, HörerInnen und NutzerInnen, dürften das Gefühl haben, die Stadt und Russland lägen viel weiter entfernt, weil sie oft so fremd und merkwürdig wirken. So unverständlich. Genau deshalb bin ich Ihr Ohr und Ihr Auge, täglich damit beschäftigt, einzuordnen und zu gewichten. 
Dabei ist allein die Stadt Moskau größer als so mancher europäischer Staat. Da hilft es, nicht allzu oft darüber zu sinnieren, dass das Land darüber hinaus unzählige Ecken und Winkel besitzt, die anzuschauen wohl eine Handvoll Korrespondentenleben benötigte und ein Tag auch hier leider nur begrenzte Stunden hat. Für alles andere gibt es Ausdauer, Handwerk und Neugier – alles gelernt und geschliffen bei ersten journalistischen Schritten bei Zeitungen, dann beim MDR, schließlich beim Deutschlandfunk, das Volontariat in unseren drei Sendern eingeschlossen. 
Russland ist ein reiches Land. Reich an Menschen, an Vielfalt, an Regionen, an Geschichte. Und es ist in den vergangenen Jahren in der internationalen Politik wieder unverzichtbarer geworden, ist Partei in Kriegen und Konflikten, vertritt seine Interessen mal diplomatisch, mal gänzlich undiplomatisch, auch militärisch. Russland ist politisch wahrlich kein einfacher Nachbar, setzt außenpolitisch auf Stärke und Macht, innenpolitisch auf Kontrolle. Das spüren die Nachbarn im Westen, voran in der Ukraine, im Baltikum und in Polen, weshalb ich mich mit Florian Kellermann in Warschau abstimme, wenn unsere Themen die jeweiligen Grenzen des Berichtsgebiets überschreiten.
Von Moskau aus beobachte und berichte ich nicht allein über Russland, sondern auch über die Länder des Kaukasus und Zentralasiens: sämtlich unterschiedliche Staaten, Gesellschaften und Kulturen, die das Band der langen gemeinsamen Sowjetzeit eint, aber auch trennt. Bei den gewaltigen Entfernungen in diese Gegenden bin ich manchmal überrascht, wie nah Deutschland dann doch liegt. Was sind schon drei Flugstunden!

Thielko Grieß über die Lage des Journalismus in Russland: