Mubarak angeblich kurz vor Freilassung

Korruptionsvorwürfe gegen Ägyptens Ex-Präsidenten werden offenbar fallengelassen

Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak (picture alliance / dpa / Khaled Elfiqi)
Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak (picture alliance / dpa / Khaled Elfiqi)

Ägyptens gestürzter ehemaliger Präsident Mubarak könnte noch in dieser Woche auf freien Fuß kommen. Der 85-Jährige sitzt nur noch aufgrund von Korruptionsvorwürfen in Haft – wegen des Prozesses um die Tötung von Demonstranten kann er nicht länger festgehalten werden.

Die mögliche Freilassung Husni Mubaraks könnte in Ägypten für neuen Zündstoff sorgen. Ein Gericht in Kairo ordnete in einem Korruptionsverfahren gegen den ehemaligen Langzeitherrscher ein Ende der Haft an. Zur Begründung hieß aus Justizkreisen, das Strafgericht habe das Verfahren wegen der illegalen Verwendung öffentlicher Mittel bei Bauprojekten durch die Familie Mubarak an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben, weil die Anklage noch auf vier weitere Beteiligte ausgedehnt werden solle. Die Staatsanwaltschaft hatte Mubarak und seinen beiden Söhnen vorgeworfen, Gelder illegal für herrschaftliche Bauten abgezweigt zu haben.

Verlassen kann das Ex-Staatsoberhaupt das Gefängnis im Süden Kairos allerdings noch nicht, denn Mubarak sitzt noch wegen eines weiteren Korruptionsverfahrens in Untersuchungshaft. Aber sein Anwalt Farid al-Dib sagte einem ägyptischen Fernsehsender, er rechne damit, dass Mubarak bald freikomme. Hintergrund: Die ihm vorgeworfene Annahme von Geschenken hat Mubarak mit der Zahlung einer Geldbuße beilegen können.

Weiteres Verfahren wegen tödlicher Schüsse auf Demonstranten

In dem Hauptverfahren wegen der Beteiligung an der Tötung von mehr als 800 demonstrierenden Regimegegnern ist die maximale Dauer der Untersuchungshaft für Mubarak schon abgelaufen - er kann deswegen nicht mehr in Haft gehalten werden.

Der 85-Jährige war im Juni 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er die Massenproteste gegen ihn gewaltsam bekämpfen ließ - aber das Urteil wurde später wegen Formfehlern kassiert. Im Mai dieses Jahres begann der Prozess dann erneut. Mubarak bestritt alle Vorwürfe und plädierte auf nicht schuldig. Das Verfahren wird nun aber weitergehen, unabhängig davon, ob der Ex-Machthaber freikommt oder nicht.

Husni Mubarak hatte rund 30 Jahre lang über Ägypten geherrscht und war 2011 gestürzt worden.


Mehr zum Thema auf dradio.de:

Abschied vom Pharao - Ägypten ohne Mubarak
Mubarak plädiert auf nicht schuldig - Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsident in Kairo
Kein Frieden nach dem Frühling - Vor zwei Jahren wurde Ägyptens "Pharao" Mubarak gestürzt

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr