Mursi fordert Palästinenserstaat

Ägyptens Präsident kritisiert Israels Siedlungspolitik

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi (picture alliance / dpa / Romain Beurrier)
Ägyptens Präsident Mohammed Mursi (picture alliance / dpa / Romain Beurrier)

Vor der versammelten Welt hat Ägyptens Präsident Mursi den Umgang mit den Palästinensern als Schande bezeichnet. Ihnen müsse auch Israel einen eigenen Staat ermöglichen, sagte Mursi bei seinem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung.

Die Palästinensischen Autonomiegebiete werden von mehr als 130 Staaten anerkannt, nur nicht von den Vereinten Nationen. Ägyptens neuer Präsident Mohammed Mursi hat vor der UN-Vollversammlung scharfe Kritik an dieser Situation geübt. "Es ist eine Schande, dass es die freie Welt akzeptiert, dass ein Mitglied der internationalen Gemeinschaft den Palästinensern das Recht auf eine Nation und Unabhängigkeit verwehrt", sagte Mursi in New York, ohne das UN-Mitgliedsland Israel zu nennen.

Die Palästinenser müssten die "Früchte der Freiheit und Würde" genießen können, die andere arabische Länder im vergangenen Jahr erlangt hätten, sagte der ägyptische Präsident - Mursi hatte die Revolution in seinem Land maßgeblich vorangetrieben. Die Palästinenserfrage sei das "weltweit drängendste Problem", appellierte Mursi an die Vollversammlung. Heute werden dort Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprechen. Palästina genießt bei der UNO Beobachterstatus.

Sorgen um Syrien

Irans Präsident Ahmadinedschad vor der UNO-Generalversammlung (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)Irans Präsident Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)Ägypten gilt als politisches Schwergewicht im Nahen Osten. Daher sprach Mursi auch über den Syrien-Konflikt. Der dortige Bürgerkrieg unter der Führung von Präsident Baschar al-Assad sei die "Tragödie unserer Ära", sagte das Staatsoberhaupt. Er sprach sich aber gegen eine militärische Intervention aus. Für Großbritanniens Premierminister David Cameron ist klar: "Die Zukunft Syriens ist nur eine Zukunft ohne Assad (...) Wir haben zulange Diktatoren toleriert, weil wir sie für Garanten der Stabilität hielten. Aber Diktatoren schaffen keine Stabilität, sie gefährden sie."

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ging in seiner Abschiedsrede vor der Vollversammlung nicht auf den Syrien-Konflikt ein. In seiner Abschiedsrede beklagte er den Zustand der Welt, die unter Hochrüstung, Arroganz und Armut leide. Dafür machte er "den Kapitalismus" und "bestimmte Regionen" verantwortlich. Ahmadinedschad, dessen zweite und damit letzte Amtszeit als Präsident im Iran im Juni endet, warf stattdessen Israel vor, einen Angriff auf sein Land zu planen. Er plädierte für eine neue, gerechte Weltordnung, in der jedermann gleich sei. Seine Rede wurde von Protesten begleitet.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr