Nach Amoklauf von Winnenden

Diskussion um stärkere Kontrollen von Waffenbesitzern

Schüler trauern vor der Albertville-Realschule in Winnenden bei Stuttgart. (AP)
Schüler trauern vor der Albertville-Realschule in Winnenden bei Stuttgart. (AP)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für stärkere Kontrollen von Waffenbesitzern als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden ausgesprochen. Die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Waffen und Munition könnte durch unangemeldete Überprüfungen verbessert werden, sagte Merkel im Deutschlandfunk.

Zudem mahnte die Kanzlerin mehr Sensibilität für mögliche Probleme Jugendlicher an. "Wir müssen aufmerksam sein", sagte Merkel im Interview der Woche im Deutschlandfunk. Dies gelte für Eltern und für Erzieher. Zudem müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass Kinder an Waffen kommen. Somit müsse künftig stärker auf die Aufbewahrung von Waffen und Munition geachtet werden. Denkbar wären auch unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern, um dies zu überprüfen, sagte die Kanzlerin.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble warnte unterdessen vor übereilten Gesetzes-Initiativen. Er sei davon überzeugt, dass man nicht kurz nach einem solchen Ereignis wissen könne, welche Schritte nötig seien, um derartige Taten in Zukunft zu verhindern, sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das Thema Jugendgewalt stand auch im Mittelpunkt eines Ministertreffens, zu dem Schäuble fünf Amtskollegen aus Polen, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien nach Berlin eingeladen hatte. Das Treffen war rein informell.

BDK fordert mehr Geld für Internet-Kompetenz

Nach der Panne um die angebliche Androhung des Amoklaufs von Winnenden auf einer Webseite forderte der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) von der Politik massive Investitionen für mehr IT-Wissen im Polizeiapparat. Von 260.000 Polizisten in Deutschland sei nur ein Prozent für die Herausforderungen durch das Internet gewappnet, erklärte der BDK-Vorsitzende Klaus Jansen. Nötig sei auch die Einrichtung einer bundesweiten Anlaufstelle für alle Formen von Internetkriminalität.

Eltern: Tim K. war nicht in einer Therapie

Der Amokläufer von Winnenden, Tim K., war nach Angaben seiner Eltern nie in psychotherapeutischer Behandlung. Über ihren Anwalt Bächle erklärten sie im Magazin "Focus" weiter, ihr Sohn habe sich deswegen auch nie in einer Klinik aufgehalten. Die Behörden hatten dagegen mitgeteilt, der 17-Jährige sei wegen Depressionen in Behandlung gewesen. Zugleich wies der Jurist im Namen seiner Mandanten zurück, dass sich im Keller des Familienhauses ein Schießstand befinde. In den vergangenen Tagen war mehrfach berichtet worden, der junge Mann habe dort regelmäßig geübt.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr