NATO berät Afghanistan-Einsatz

Diskussion über Abzugstermin bei Treffen in Brüssel

Niederländische Isaf-Soldaten entladen in Kabul einen Militärhelikopter. (AP)
Niederländische Isaf-Soldaten entladen in Kabul einen Militärhelikopter. (AP)

Frankreich will seine Truppen früher aus Afghanistan abziehen als bislang vereinbart. Das dürfte beim heutigen Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel für Diskussionen sorgen.

Frankreich setzt die Nato unter Zugwang. Nachdem vor einer Woche ein afghanischer Soldat vier Franzosen erschossen hatte, stoppte Paris vorübergehend seine Ausbildungsprogramme für afghanische Sicherheitskräfte und kündigte einen vorzeitigen Abzug seiner Truppen aus dem Land an. Bereits 2013 - statt wie bisher abgesprochen 2014 - solle der NATO-Einsatz auslaufen, forderte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Wenn das Bündnis nicht mitzieht, will Sarkozy notfalls die französischen Soldaten im Alleingang nach Hause holen.

Nach bisheriger Beschlusslage soll die Schutztruppe ISAF mit derzeit 130.000 Soldaten aus 50 Ländern noch bis Ende 2014 kämpfen. Dieses Datum hatte NATO-Chef Anders Fogh Rasmussen am Tag vor Sarkozys Vorstoß noch einmal bestätigt.

Weiteres Thema beim Treffen der 28 Verteidigungsminister der NATO-Länder in Brüssel ist die von Russland abgelehnte Raktenabwehr in Europa.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr