Neue Gesichter, neue Geschichten

Tage der deutschsprachigen Literatur haben im österreichischen Klagenfurt

Die Eröffnung des Bachmann-Wettbewerbes 2013 (Bachmannpreis)
Die Eröffnung des Bachmann-Wettbewerbes 2013 (Bachmannpreis)

In Klagenfurt hat das Wettlesen vor laufenden Kameras begonnen. 14 Autorinnen und Autoren bewerben sich in diesem Jahr um den Ingeborg-Bachmann-Preis, eine der renommiertesten Auszeichnungen des Literaturbetriebs. Mit dabei sind die Berliner Autorin Larissa Böhning und Joachim Meyerhoff, unter anderem Schauspieler an der Wiener Burg. Die Debatten um ein mögliches Ende drücken auf die Stimmung.

Bis Samstag konkurrieren insgesamt 14 Kandidatinnen und Kandidaten in der Landeshauptstadt von Kärnten um die renommierte Literaturauszeichnung. Alle lesen noch unveröffentlichte Texte. Eröffnet wurde der Wettbewerb von der deutschen Schriftstellerin Larissa Böhning. Die in Berlin lebende Autorin stellte sich mit ihrem Text "Zucker" als erste der Jury und dem Saalpublikum vor. Am Sonntag werden insgesamt fünf Preise mit einer Gesamtsumme von 54.500 Euro vergeben.

Der ORF im Kreuzfeuer der Literaten

Überschattet werden die Lesungen von Diskussionen über das mögliche Ende des renommierten Literaturfestes. Schon im kommenden Jahr könnte es dem Rotstift des öffentlich-rechtlichen Senders ORF zum Opfer fallen.

Dagegen hat sich ein Proteststurm in der deutschsprachigen Literaturwelt erhoben. Der österreichische Literaturkritiker Paul Jandl, der der Jury angehört, sagte im Deutschlandradio Kultur, eine Abschaffung wäre "lächerlich und schon am Rande der Kulturschande".

Josef Haslinger, österreichischer Autor (Deutschlandradio - Bettina Straub)Josef Haslinger (Deutschlandradio - Bettina Straub)Der Bachmann-Preis habe Nachwuchsautoren geholfen, im Literaturbetrieb zu reüssieren, betonte Josef Haslinger, Präsident des Schriftstellerverbandes PEN. Man müsse vielleicht die Art der Inszenierung überdenken, aber es sei falsch, "dass man das einfach gleich wegwirft".

Daniela Strigl, Literaturkritikerin und Jurorin bei den "Tagen der deutschsprachigen Literatur", nannte den Bachmann-Preis die "vielleicht letzte Bastion der Literatur im Fernsehen". Auch sie kritisierte den ORF. Gemessen an den Sportübertragungen sei das Geld für den Bachmann-Wettbewerb "eine lächerliche Summe".

Burkhardt Spinnen (picture alliance / dpa)Jury-Vorsitzender Burkhardt Spinnen (picture alliance / dpa)Den Vorsitz der Jury hat erneut der Schriftsteller Burkhard Spinnen übernommen. Er hatte im Vorfeld im Deutschlandradio Kultur an den ORF appelliert, seine Ausstiegsentscheidung zu überdenken. Einen Bachmann-Wettbewerb ohne ORF und Klagenfurt kann sich Spinnen aber vorstellen.

Hubert Winkels, Literaturredakteur im Deutschlandfunk, sitzt ebenfalls als Juror in der Jury.





Programmhinweis Deutschlandradio Kultur:
Deutschlandradio Kultur-Redakteurin Barbara Wahlster beobachtet für uns in Klagenfurt den Wettbewerb. Sie berichtet bis Samstag jeden Abend in "Fazit - Kultur vom Tage" ab 23.05 Uhr von ihren Eindrücken.
Am Sonntag hören Sie in "Fazit - Kultur vom Tage" ab 23.05 Uhr ein kurzes Gespräch mit der Preisträgerin oder dem Preisträger, das dann in voller Länge am Montag, 8.7.2013, um 9.07 Uhr im Radiofeuilleton ausgestrahlt wird.


Programmhinweis Deutschlandfunk:
Am Sonntag, 7.7.2013, hören Sie in "Kultur heute" ab 17.30 Uhr: "Lorbeer für Literat - Eine Bilanz der Tage der deutschsprachigen Literatur und des Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt" - Cornelia Zetzsche, Literaturkritikerin, im Gespräch


Externe Links:

Internetseite des Bachmann-Wettbewerbs

3sat überträgt die Lesungen live im Fernsehen

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr