Neuer Anlauf für Syrien

Pläne für Kontaktgruppe mit Russland und Iran

Der Sonderbeauftragte der UNO und der Arabischen Liga für Syrien, Kofi Annan. (picture alliance / dpa / str)
Der Sonderbeauftragte der UNO und der Arabischen Liga für Syrien, Kofi Annan. (picture alliance / dpa / str)

Kofi Annans Sechs-Punkte-Plan zum Frieden in Syrien ist gescheitert. Nun denkt der internationale Sondergesandte offenbar über eine weitere Friedensinitiative nach. Russland könnte damit seine Interessen vor Ort wahren und unterstützt den Plan.

Wie die "Washington Post" unter Berufung auf einen Diplomaten berichtet, wird derzeit überlegt, eine Kontaktgruppe zu bilden. Dieser würden neben im UN-Sicherheitsrat vertreteten Ländern wie China, Großbritannien, Russland, Frankreich und USA auch Staaten wie der Iran und Saudi-Arabien angehören.

Russland könnte strategische Interessen wahren

Eine solche Gruppe würde Russland und dem Iran ermöglichen, einem Machtwechsel in Syrien zuzustimmen, denn sie hätten darin die Möglichkeit, über die Zukunft Syriens mitzubestimmen und ihre eigenen Interessen in dem Land zu wahren. Für Russland ist Syrien im Mittelmeerraum von hoher strategischer Bedeutung: Im Hafen Tartus betreibt es seit 2008 einen Marine-Stützpunkt. Die russische Waffenindustrie profitiert zudem von Geschäften mit Syrien. Russland und der Iran gehören mit China zu den letzten Verbündeten des Assad-Regimes.

Ein entsprechender Plan werde möglicherweise noch in dieser Woche dem UNO-Sicherheitsrat vorgestellt, heißt es in dem Artikel. Gerade aufgrund der Beteiligung umstrittener Länder wie Iran berge der Plan jedoch auch Konfliktpotenzial in der UNO. Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstützte Annans Vorhaben. Bei seinem derzeitigen Chinabesuch schlug er in Peking ein internationales Treffen zur Syrienfrage vor, bei dem auch der Iran und die Türkei einbezogen werden sollten.

Assad ernennt Regierungschef, erneut Tote

In Damaskus ernannte der syrische Präsident Assad unterdessen den früheren Riad Farid Landwirtschaftsminister Hedschab zum neuen Regierungschef. Dieser solle ein neues Kabinett bilden, hieß es. Hedschab ist Mitglied der Baath-Partei, mit der die Assad-Familie einst an die Macht gekommen war.

Erneut berichteten Aktivisten heute von heftigen Angriffen der Regimetruppen auf Bezirke in der syrischen Provinz Latakia. Dabei seien Hubschrauber, Panzer und Raketen eingesetzt worden. Gestern sollen in Syrien landesweit 40 Menschen getötet worden sein.

Mit der Lage in Syrien beschäftigt sich auch die internationale Presseschau.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr