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Nobelpreis für Physik und Medizin vergeben

Medaille des Nobelpreises für Physik (nobel.se)
Medaille des Nobelpreises für Physik (nobel.se)

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Münchner Forscher Theodor Hänsch und die US-Forscher Roy J. Glauber und John L. Hall. Hänsch und Hall teilen sich eine Hälfte der Auszeichnung für Beiträge zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektrographie, Glauber bekommt die andere Hälfte des Preises für Beiträge zur Quantentheorie der optischen Kohärenz.

Theodor W. Hänsch, Münchener PhysikprofessorTheodor W. Hänsch, Münchener Physikprofessor In der Fachwelt gilt der Münchener Physikprofessor Theodor W. Hänsch als Hansdampf in allen Gassen: Egal, ob sich Theodor W. Hänsch mit ultrakalten Atomwolken, der Erforschung von Antiwasserstoff oder mit innovativen Laserexperimenten befasst – fast immer kommt absolute Spitzenforschung heraus. Besonderen Einfluss auf die Forscherwelt hat der "optische Frequenzkamm", den Hänsch 1998 erfand: Das "Lineal aus Laserlicht" erlaubt ultrapräzise Messungen und taugt damit als Grundlage für bessere Atomuhren und genauere Satellitennavigationssysteme.

Auswertung Dradio-Umfrage Physik-Nobelpreis 2005


Die Hörer des Deutschlandradios landeten bei der DRadio-Umfrage zu den Kandidaten des Physiknobelpreises einen Volltreffer: 14 Prozent aller Tipps lagen bei Theodor W. Hänsch richtig, der zusammen John Hall vom schwedischen Nobelkomitee den Nobelpreis Physik 2005 "für ihre Beiträge zur Entwicklung der auf Laser gegründeten Präzisionsspektroskopie, einschließlich der optischen Frequenzkammtechnik". Auf John Hall und Roy Glauber, der die Hälfte des Preisgeldes "für seinen Beitrag zur quantenmechanischen Theorie der optischen Kohärenz" erhalten wird, hatten 23 Prozent in der Kategorie "ein anderer Forscher" richtig getippt. Der heißeste Kandidat der Dradio-Hörer Anton Zeilinger mit 37 Prozent aller Stimmen ging ebenso leer aus Peter Grünberg (11 Prozent), Sumio Iijima (8 Prozent) und Yoji Totsuka, der es auf sieben Prozent der Stimmen brachte.

Nobelpreis in Medizin an Australier Barry Marshall und Robin Warren


Medizin- Nobelpreisträger Barry Marshall (li.) und Robin Warren (AP)Barry Marshall (li.) und Robin Warren (AP)Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die australischen Forscher Barry Marshall und Robin Warren. Sie erhalten die Auszeichnung für die Entdeckung des Magenbakteriums Helicobacter pylori, wie das Karolinska Institut in Stockholm mitteilte. Dieser Keim führt bei einigen Menschen zu Magengeschwüren.

Am Montag um 11:30 Uhr gab das Karolinska Institut in Stockholm die Nobel-Preisträger für Medizin und Physiologie bekannt. Preisträger dieses Jahres sind die beiden Australier Barry Marshall <br>und J. Robin Warren, die für ihre Entdeckung des Magenbakteriums Helicobacter pylori die mit umrechnet 1,1 Euro (10 Millionen schwedische Kronen) höchste Auszeichnung für Mediziner erhalten.
Warten bis das Telefon klingelt, Nobelpreis für Medizin an Barry Marshall und Robin Warren

Das Bakterium spielt eine entscheidende Rolle bei Gastritis und Magenschwüren. Mit diesem Magenkeim ist etwa die Hälfte der Weltbevölkerung infiziert und kann im schlimmsten fall zu tödlichem Krebs führen. Nach der Entdeckung des Bakteriums durch Marshall und Warren konnte eine Antibiotikatherapie gegen diesen Erreger entwickelt werden.

Die beiden Preisträger werden ihre Ehrung traditionsgemäß am 10. Dezember, am Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm entgegennehmen.

Robin Warren und Barry Marshall arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen und wurden auch schon mehrfach für ihre Bahn brechenden Forschungen geehrt. Der 68- jährige Robin Warren studierte bis 1961 an der südaustralischen Universität in Adelaide Medizin und verbrachte sein gesamtes Forscherleben in Australien, das er 1999 erfolgreich als Pathologe am Royal Perth Hospital beendete.

Sein 54 Jahre alter Forscherkollege Barry Marshall startete seine Medizinerkarriere 1968 an der Universität of Western Australia, bevor er eine Professur an der Universität in Virginia annahm. 1997 kehrte er wieder nach Australien zurück und arbeitet sei 2003 als Senior-Professor wieder an der University of Western Australia.

Am Mittwoch folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger. Die
Kandidaten sind:



Dieter Seebach ist emeritierter Professor für Organische Chemie der ETH Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Entwicklung neuer Synthesemethoden, der Produktion von beta-Peptiden und der Synthese von chiralen Dendrimeren.

George M. Whitesides – Brennstoffzellen-Entwicklung Bestimmte Metalle sind in der Lage, Kohle leicht zu oxidieren. Die Forscher schlämmten Kohlepulver in Schwefelsäure auf und gaben dreifach positiv geladene Eisenionen zu. Die Eisenionen reagieren mit der Kohle, dabei entstehen Kohlendioxid und eine reduzierte Form der Eisenionen. Die Eisenionen, jetzt nur noch zweifach geladen, geben ihr zusätzliches Elektron über eine Elektrode, die Anode, an den Stromkreis ab und stehen dann wieder zur Verfügung. Fertig ist die anodische Halbzelle einer prototypischen Kohle-Brennstoffzelle. Ein lösliches System, das auf Vanadiumionen basiert, diente den Forschern als zugehörige kathodische Halbzelle. Bei 100 Grad Celsius lieferte dieser Prototyp tausend Stunden lang Strom ohne einen Leistungsabfall.

Akira Suzuki von der Hokkaido Universität in Japan, nach ihm ist die neue Klasse von Reagenzien für Suzuki-Kupplungen benannt, hochselektive Reagenzien für Reduktionen und Hydroborierungen sowie Katalysatoren für die asymmetrische Synthese. Sie ermöglicht es die Anzahl der Verfahrensschritte reduziert und bessere Ergebnisse im Vergleich zur klassischen Methode erzielt zu können.

Kyriacos Nicolaou versteht sich nicht nur als Wissenschaftler, sondern genauso als Künstler, und das verrät schon seine Internet-Seite: statt Uni-Emblem und endloser Link-Leiste eine vielfarbige Collage, darin der Meister selbst, schnauzbärtig und mit Horst-Tappert-Brille, in einem Kosmos komplexer organischer Moleküle (www.scripps.edu/chem/nicolaou/). Ursuppe und Schöpfung kommen dem Betrachter in den Sinn. Und das soll wohl auch so sein. Kyriacos Nicolaou ist Naturstoff-Chemiker, einer der begabtesten zumal, und im Scripps-Forschungsinstitut in Kalifornien lässt er die Welt neu entstehen.

Robert Grubbs und seiner Arbeitsgruppe am California Institute of Technology ist es gelungen, ihre Katalysatoren nach und nach für immer mehr Stoffsynthesen in der organischen Chemie maßzuschneidern. Deshalb gehört der US-Forscher zu den Top Ten der meistzitierten Chemiker in den letzten Jahren.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:12 Uhr

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