Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nordkorea legt Diplomaten Abreise nahe

Deutschland und andere Staaten sollen Botschaften in Pjöngjang räumen

Nordkoreas Führer Kim Jong-un (dpa / picture alliance / Maxppp)
Nordkoreas Führer Kim Jong-un (dpa / picture alliance / Maxppp)

Diplomatisches Kräftemessen: Die nordkoreanische Führung hat mehrere Länder - darunter Russland, Großbritannien und Deutschland - aufgefordert, einen Abzug ihres Botschaftspersonals in Erwägung zu ziehen. An beiden Seiten der Front wird wohl aufgerüstet.

Nach Agenturberichten empfahl die nordkoreanische Regierung Deutschland, seine Botschaft in Pjöngjang zu räumen. Angesichts der jüngsten Eskalationsschritte Nordkoreas hatte Bundesaußenminister Guido Westerwelle zuvor den nordkoreanischen Botschafter ins Auswärtige Amt in Berlin einbestellt.

Und auch militärisch gibt es neue, alarmierende Signale: Berichtet wird über die Aufstellung zweier Mittelstreckenraketen auf mobilen Abschussrampen in Nordkorea. Dies wurde von Beobachtern als weiteres Zeichen für einen baldigen Raketentest gewertet.

Die Raketen des Typs "Musudan" seien in einer nicht näher bezeichneten Anlage nahe der Ostküste verborgen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Südkorea hält im Gegenzug zwei mit Radarsystemen ausgerüstete Zerstörer vor der Küste in Bereitschaft. Die USA entsandten ein hochmodernes Raketenabwehrsystems auf ihren Stützpunkt auf Guam. Die Pazifikinsel läge ebenso wie Südkorea und Japan in der auf 3.000 bis 4.000 Kilometer geschätzten Reichweite der "Musudan". Im Flug getestet wurden diese Raketen noch nie.

Nordkorea setzt Botschaften Frist für den Konfliktfall

An der diplomatischen Front wurden Russland, Großbritannien, Bulgarien und Tschechien ebenfalls ermuntert, eine Räumung ihrer Botschaften zu erwägen. Nach russischen Angaben erhielten alle Botschaften in Pjöngjang ein Schreiben des nordkoreanischen Außenministeriums. Darin heißt es, im Falle eines Konflikts könne man die Sicherheit der diplomatischen Vertretungen ab dem 10.4. nicht mehr garantieren.

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit: "Die Sicherheit und Arbeitsmöglichkeit unserer Botschaft in Pjöngjang wird angesichts der Eskalation laufend überprüft." Der russische Außenminister Sergej Lawrow betonte, man befinde sich in dieser Angelegenheit in enger Abstimmung mit den USA, China und Südkorea. Das britische Außenministerium erklärte, man betrachte die Aufforderung als Teil der gegen die USA gerichteten Rhetorik Pjöngjangs und erwäge eine Anpassung der Reisehinweise für Nordkorea.


Weitere Informationen auf dradio.de:

Nordkorea droht USA erneut mit Atomschlag - Scharfe Kriegsrhetorik beunruhigt UNO und EU
USA stationieren Raketenabwehr auf Guam - Chuck Hagel: Von Nordkorea geht reale Gefahr aus
Nordkorea ruft Kriegszustand aus - Südkorea und USA reagieren gelassen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:05 Uhr Länderreport

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Flüchtlingspolitik"Wir brauchen eine Lösung an der EU-Außengrenze"

Eine fünfköpfige Gruppe läuft im Morgengrauen über eine Landstraße. Im Hintergrund Felder, Wiesen und Bäume. (AFP/Sakis MITROLIDIS)

Schnelle Asylverfahren auch an den EU-Außengrenzen und Absprachen mit den Herkunftsländern sind nach Ansicht von Politikberater Gerald Knaus Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Flüchtlingspolitik. Darüber werde nicht genug geredet, sagte er im Dlf. Knaus gilt als Ideengeber für das EU-Türkei-Abkommen.

Cem Özdemir"Von einer fairen Wahl in der Türkei kann nicht gesprochen werden"

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir (dpa-Bildfunk / Paul Zinken)

In der Türkei hat Recep Tayyip Erdogan nach offiziellen Angaben die Präsidentschaftswahl gewonnen. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte im Dlf, die wirklichen Zahlen würden wir nie erfahren. Jetzt, wo Erdogan die absolute Macht habe, sei es fraglich, wie es überhaupt noch einmal faire Wahlen geben könne.

BildungspolitikWir müssen die Universität für alle öffnen

Studentinnen und Studenten sitzen im Hörsaal einer Universität. (imago/Future Image)

Warum sollte eine ausgebildete Krankenschwester weniger geeignet für ein Medizinstudium sein, nur weil ihr das Abitur fehlt? Der Schriftsteller Ulrich Woelk fordert, bei der Vergabe von Studienplätzen eher auf Kernkompetenzen zu achten als auf Schulnoten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Verstärkte Zusammenarbeit mit Libyen gegen illegale Migration | mehr

Kulturnachrichten

Wallraff für Wiedereinführung der Wehrpflicht | mehr

 

| mehr