Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nordkorea: USA und Südkorea wollen bei harter Linie bleiben

Bank of China kappt Verbindung zu nordkoreanischer Devisenbank

Nordkoreas Flagge (picture alliance / dpa / Yohnap)
Nordkoreas Flagge (picture alliance / dpa / Yohnap)

Auf der nordkoreanischen Halbinsel stehen die Zeichen vorerst auf Deeskalation. Der Norden steht zunehmend unter Druck, weil auch China sich an den Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang beteiligt. Die USA und Südkorea sehen sich bestätigt und wollen bei ihrer harten Linie gegen den Norden bleiben.

Es war die erste Auslandsreise der südkoreanischen Präsidentin Park Heun Hye seit ihrem Amtsantritt vor zwei Monaten. In Washington traf sie mit US-Präsident Barack Obama zusammen, um über das weitere Vorgehen gegen Nordkorea zu beraten.

Das Regime in Pjöngjang werde keinen Erfolg damit haben, einen Keil zwischen Washington und Seoul zu treiben, sagte Obama auf der anschließenden Pressekonferenz. Die Tage, als Nordkorea eine Krise erzeugen und Zugeständnisse erzwingen konnte, seien vorbei. Die US-Regierung sei zwar bereit, einen Dialog mit dem Land zu führen, aber die Entscheidung darüber liege in Pjöngjang. Machthaber Kim Jong-Un müsse sein Verhalten ändern.

Seine südkoreanische Amtskollegin Park sah sich in ihrer Haltung bestätigt. Die internationale Gemeinschaft müsse gegenüber Nordkorea konstant mit einer Stimme sprechen und der Regierung dort klarmachen, dass sie keine andere Wahl habe als sich zu verändern.

Bank of China kappt Verbindung zu Handelsbank

Unterdessen steigt nicht nur der Druck des Westens auf das Regime von Kim Jong-Un. Auch China hat offenbar die Daumenschrauben angezogen. Denn die Bank of China kündigte an, ihre Verbindungen mit der nordkoreanischen Außenhandelsbank zu kappen. Über dieses Geldinstitut wickelt Nordkorea den größten Teil seiner Geschäfte mit ausländischen Devisen ab.

Mehrere chinesische Yuan-Geldscheine (picture alliance / dpa - Arno Burgi)Das Geld aus China könnte knapper werden (picture alliance / dpa - Arno Burgi)Es ist der erste öffentlich bekannt gemachte Schritt, den China unternimmt, um seine Handelsbeziehungen mit Nordkorea einzuschränken. Das bisherige bilaterale Handelsvolumen beträgt umgerechnet 4,5 Milliarden Euro im Jahr. Inwieweit der Warenaustausch zwischen Nordkorea und seinem letzten Verbündeten durch die Entscheidung aus Peking eingeschränkt wird, ist noch nicht bekannt.

Sanktion der USA

Die USA hatten der nordkoreanischen Außenhandelsbank im Vorfeld vorgeworfen, zur Finanzierung des nordkoreanischen Atomprogramms beizutragen und deshalb Sanktionen gegen das Geldinstitut verhängt und ihre Verbündeten gedrängt, sich dem Schritt anzuschließen. Japan hat das bereits getan, Australien wird sich den Maßnahmen wahrscheinlich demnächst anschließen.

Deutschland und Frankreich sehen diese Entwicklung aber mit Sorge. Denn über die Außenhandelsbank wickeln auch ausländische Botschaften und Nichtregierungsorganisationen in Nordkorea ihren Geldverkehr ab. Um die Finanzierung dieser Einrichtungen nicht zu gefährden haben sich beide Länder dagegen ausgesprochen,dass die EU ebenfalls die Konten der nordkoreanischen Bank schließt.

Nordkorea zieht Raketen ab

Kim Jong-un hat den Kriegszustand ausgerufen - reine Kriegsrhetorik oder ernstgemeinte Drohung? (picture alliance / dpa / EPA / KCNA)Kim Jong-Un umgeben von Militärs (picture alliance / dpa / EPA / KCNA)Der Druck auf das nordkoreanische Regime scheint derweil Wirkung zu zeigen. Das US-Militär meldete, dass die beiden an der Ostküste des Landes stationierten Raketen vom Typ "Musudan" abgezogen wurden. Pjöngjang will offenbar auf einen umstrittenen Raketentest verzichten. Die Ankündigung der Starts der bislang nicht getesteten Waffen hatte die Regierungen von Japan, Südkorea und den USA beunruhigt. Es ist bisher unklar, wie weit das nordkoreanische Atomprogramm gediehen ist. Nun begrüßte Uno-Generalsekretät Ban Ki Moon die Entscheidung aus Pjöngjang. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Wirklich handzahm will sich Nordkorea aber trotzdem nicht geben. Die Streitkräfte drohten damit, die südkoreanischen Grenz-Inseln in ein "Flammenmeer" zu verwandeln, wenn bei dem im Sommer geplanten gemeinsamen Militärmanöver von Südkorea und den USA auch nur eine Granate in nordkoreanische Gewässer falle.


mehr bei dradio.de...

Pekings schwindender Einfluss auf Nordkorea
Aktuell vom 09.04.2013

Nordkoreas einziger Verbündeter
Chinas schwierige Partnerschaft mit dem Nachbarn

Nordkorea droht USA erneut mit Atomschlag
Aktuell vom 04.04.2013

Unbestrittener Herrscher über Nordkorea
Der Aufsteiger des Jahres Kim Jong Un

Südwestwind in Wladiwostok
Schon besseres Verhältnis zwischen Russland und Nordkorea

Klares Signal für Nordkorea
Japan, USA und Südkorea haben im Pazifik mit größtem Militärmanöver seit dem Koreakrieg begonnen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.