Startseite > zu klären > Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts > Beitrag vom 07.09.2012

Obama schwört Anhänger auf Schicksalswahl ein

US-Präsident spricht auf Nominierungsparteitag der Demokraten

Von Marcus Pindur

US-Präsident Barack Obama redet beim Nominierungsparteitag der Demokraten in Charlotte, North Carolina.  (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)
US-Präsident Barack Obama redet beim Nominierungsparteitag der Demokraten in Charlotte, North Carolina. (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)

US-Präsident Barack Obama hat auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten für mehr Zeit und Geduld geworben. Es werde noch einige Jahre dauern, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen und Schulden abzubauen.

Barack Obama musste einen Weg in die Zukunft zeigen, und damit eine Begründung, warum sein Vertrag im Weißen Haus trotz einer enttäuschenden Wirtschaftslage vier weitere Jahre von den Wählern verlängert werden sollte.

Dies, so Barack Obama, sei nicht nur eine Wahl zwischen zwei verschiedenen Kandidaten und Parteien, sondern auch eine zwischen sehr unterschiedlichen Wegen für Amerika.

"Unsere Probleme können gelöst werden, unsere Herausforderungen bewältigt. Der Weg, den wir anbieten, mag schwieriger sein, aber er führt zu einem besseren Ort. Und ich bitte euch, diese Zukunft zu wählen. Ich bitte euch, euch hinter eine Reihe von Zielen für dieses Land zu stellen. Ziele bei der Industrie, der Energie, der Bildung, der nationalen Sicherheit und der Staatsverschuldung. Ein erreichbarer Plan, der zu mehr Arbeitsplätzen führen wird, und das Land auf eine solidere Grundlage stellen wird. Das können wir in den nächsten vier Jahren erreichen, und deshalb bewerbe ich mich für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten."

Er kündigte an, eine Million neue Jobs wolle er im verarbeitenden Gewerbe bis 2016 schaffen. Verdoppelung der Exporte bis 2014. Halbierung der Ölexporte und 600.000 neue Jobs in der Gasförderung bis zum Ende des Jahrzehnts. 100.000 neue Mathematiklehrer und massive Investitionen in neue Lehrerstellen und verringerte Studiengebühren. Und: Eine Reduzierung des Defizits um vier Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren. Das also die Zielmarken. Obama warb aber um die Geduld der Amerikaner. Es werde mehr als nur ein paar Jahre dauern, um mit Herausforderungen umzugehen, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hätten.

"Das bedarf einer gemeinsamen Anstrengung, gemeinsamer Verantwortung, und einer kühnen, beharrlichen Experimentierfreudigkeit, die Franklin Roosevelt an den Tag legte, in der einzigen Krise, die schlimmer war als diese. Diejenigen unter uns, die sein Erbe beanspruchen, sollten daran denken, dass nicht jedes Problem mit einem neuen Regierungsprogramm gelöst werden kann, oder mit einer Vorgabe aus Washington."

Den Wählern die Tiefe der Krise in Erinnerung rufen, die schwerste Krise seit den 30er-Jahre, das war auch sein Ziel. Anders als sein Herausforderer, Mitt Romney, widmete Obama mehrere Passagen seiner Rede der Außenpolitik. Die USA würden auch weiterhin die stärksten Streitkräfte der Welt unterhalten. Es habe viele Fortschritte gegeben international. Obama erinnerte mehrfach daran, dass der Abzug aus dem Irak beendet sei und der aus Afghanistan bevorstehe. Aber es blieben auch Herausforderungen.

"Terrorismus muss weiterhin bekämpft werden. Die Krise in Europa muss eingedämmt werden. Unsere Verpflichtung gegenüber Israel darf nicht wanken und auch nicht unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden. Die iranische Regierung muss weiter konfrontiert werden mit einer Welt, die einig gegen die iranischen Nuklearpläne steht. Der historische Wandel in der arabischen Welt darf nicht von brutalen Diktatoren oder Extremisten aufgehalten werden."

Die Rede war eine Gratwanderung, denn Obama musste den Wählern zeigen, dass die Lage noch nicht so ist, wie ich es mir wünsche, aber ich habe ein Rezept für die nächsten Jahre. Und er grenzte sich ab gegenüber den Republikanern. Sie würden dominiert von einem radikalen Flügel. Obama versuchte die unterschiedliche Philosophie der Demokraten zu erläutern: Wir denken nicht, dass der Staat alle unsere Probleme lösen kann. Aber wir glauben auch nicht, dass der Staat die Wurzel allen Übels ist."

Mehr zum Thema bei deutschlandradio.de:
Sammelportal US-Wahl 2012

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr