Obama verspricht Ausweg aus der Krise

Parteitag der Demokraten: US-Präsident offiziell für zweite Amtszeit nominiert

US-Präsident Barack Obama redet beim Parteitag der Demokraten (picture alliance / dpa / EPA / Tannen Maury)
US-Präsident Barack Obama redet beim Parteitag der Demokraten (picture alliance / dpa / EPA / Tannen Maury)

Barack Obama gibt sich beim Parteitag der Demokraten kämpferisch. Unter dem Jubel seiner Anhänger nahm der Präsident die Nominierung der Demokraten für die Kandidatur an. Doch sein Herausforderer Mitt Romney bleibt gefährlich - und das Rennen völlig offen.

Die Präsidentenwahl im November sei eine Entscheidung "zwischen zwei fundamental unterschiedlichen Visionen für die Zukunft", erklärte Barack Obama zum Abschluss des Parteitags der Demokraten in Charlotte (North Carolina). Beide Kandidaten stünden für zwei völlig verschiedene Richtungen, in die das Land gehen könne, erklärte Obama weiter mit Blick auf seinen republikanischen Kontrahenten Mitt Romney. "Ja, unser Weg ist härter, aber er führt zu einem besseren Ort."

Er könne Amerika aus der Krise führen. Dafür brauche er aber mehr Zeit, sagte Obama. Die USA seien auf dem richtigen Weg. Aber was sich in Jahrzehnten angehäuft habe, sei nicht in wenigen Jahren zu lösen, erklärte der amtierende US-Präsident. Bis Ende 2016 will er eine Million neue Arbeitsplätze in der Industrie schaffen und das Defizit im nächsten Jahrzehnt um mehr als vier Billionen Dollar abbauen.

Republikaner nennen Obamas Politik gescheitert

Mitt Romney versprach zwölf Millionen neue Jobs (picture alliance / dpa / EPA / Shawn Thew)Mitt Romney auf dem Republikaner-Parteitag vor einer Woche (picture alliance / dpa / EPA / Shawn Thew)Die Republikaner, die Romney in der vergangenen Woche nominierten, sehen hingegen in der Arbeitslosenrate von 8,3 Prozent den klaren Beleg dafür, dass Obamas Politik gescheitert ist. In den Umfragen liegen beide Kandidaten derzeit gleichauf.

Immer wieder beschwor Obama in seiner 40-minütigen Rede die Unterschiede zur Politik seines Herausforderers Romney. Dabei versuchte er mehrfach, an die Euphorie vor vier Jahren anzuknüpfen - allerdings meist vergeblich. Nur selten wurde seine Rede von längeren Sprechchören "Four more years. Four more years." (vier weitere Jahre) unterbrochen.

Erst zum Ende seiner Rede gelang es Obama, echte Stimmung zu entfachen. "Wenn Du an ein Land glaubst, in dem jeder eine faire Chance erhält, und jeder seinen fairen Beitrag leistet, und jeder sich an dieselben Regeln hält, dann brauche ich diesen November Deine Stimme", rief er den Delegierten zu. Als Obama offiziell seine Nominierung zur erneuten Kandidatur annahm, reagierten die gut 20.000 Anhänger mit tosenden Beifall.

Obama habe noch immer mit den Folgen der vollkommen überzogenen Erwartungen zu kämpfen, die seinen Wahlkampf 2008 bestimmten, erklärte Michael Werz, Senior Fellow am Center for American Progress, im Deutschlandfunk. "Wenn die Erwartungen ins Unermessliche gesteigert werden, sind sie unerfüllbar", so Werz über die Enttäuschung vieler Obama-Anhänger.

Biden: Bin Laden ist tot, General Motors lebt

Joe Biden und Barack Obama nach der Rede des US-Präsidenten (picture alliance / dpa / EPA / Tannen Maury)Joe Biden und Barack Obama nach der Rede des US-Präsidenten (picture alliance / dpa / EPA / Tannen Maury)Vor Obama hatte schon Vizepräsident Joe Biden offiziell seine Nominierung als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten bei der Wahl im November angenommen. Biden betonte in seiner Rede, Obama habe sein Amt mitten in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten übernommen. Er habe erfolgreich durch die Krise geführt, etwa indem er damals die angeschlagene Autoindustrie gerettet habe. Ungeachtet der Negativ-Rhetorik der Republikaner gelte: "Amerika befindet sich nicht im Niedergang." Auch im Kampf gegen den Terror habe die Regierung erhebliche Erfolge zu verbuchen. Unter rauschenden Beifall der Delegierten rief Biden: "Bin Laden ist tot und General Motors lebt."

Mit seinem Auftritt zum Abschluss des Parteitages läutete Obama die heiße Phase des Wahlkampfs ein. Bereits vor einer Woche hielten die Republikaner ihren Parteitag ab: Ihr Kandidat Romney warf Obama völliges Versagen vor. Er versprach, für ein "besseres Amerika" einzutreten. Außerdem wolle er zwölf Millionen neuer Arbeitsplätze in den nächsten Jahren schaffen.

Die hohe Arbeitslosigkeit und die flaue Konjunktur sind die Hauptthemen des Wahlkampfs. Heute werden neue Zahlen über den Jobmarkt veröffentlicht.


Mehr zum Thema:

"Barack Obama braucht noch vier Jahre" - Delegierte auf dem Parteitag der US-Demokraten lobt erste Amtszeit Obamas
Die Amerikaner haben "ein anderes Verständnis von Sozialpolitik" - Ruprecht Polenz (CDU) erklärt die Staatsfeindlichkeit der Republikaner
Obama und Romney als Konkurrenz der Wirtschaftsmodelle - Mitt Romney verspricht zwölf Millionen neue Jobs
Beruf: Faktenprüfer - Im US-Wahlkampf nehmen es manche mit der Wahrheit ganz genau
Der effektive Manager Mitt Romney - Präsidentschaftskandidat der Republikaner zeigt wenig Persönliches

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr