Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obamas Demokraten droht Desaster

Kongresswahlen in den USA

Bereits abgegebene Stimmzettel werden in Arizona ausgezählt (AP)
Bereits abgegebene Stimmzettel werden in Arizona ausgezählt (AP)

In den Vereinigten Staaten sind 218 Millionen US-Bürger aufgerufen, an den Kongresswahlen teilzunehmen. Alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses stehen zur Wahl sowie 37 der 100 Senatoren. US-Präsident Obamas Demokraten werden Verluste prognostiziert.

In beiden Kongresshäusern halten die Demokraten bisher die klare Mehrheit. Nach letzten Umfragen könnten die oppositionellen Republikaner eine Mehrheit im Repräsentantenhaus erringen. Unterstützt werden sie zudem von der konservativen Tea Party. Im Senat wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert.

Die Wahl legt die Grundlage für die kommenden zwei Amtsjahre des Präsidenten fest. Sollten die Demokraten ihre Mehrheit verlieren, wären das "Konsequenzen für die kommenden Jahrzehnte", sagte Obama. "Sollten die anderen enthusiastischer sein, könnten wir vor enormen Problemen stehen, das Land voranzubringen", sagte er mit Blick auf die Unterstützer der Opposition.

Die Republikaner blockieren seit Antritt des Präsidenten alle Pläne seiner Administration. Nach Ansicht von Julius van de Laar, Obamas ehemaligem Wahlkampfhelfer, sei die Strategie der Republikaner aufgegangen. Im Deutschlandfunk sagte er, dass die Republikaner Obama als jemanden dargestellt haben,der das Defizit weiter nach oben treibe. "Obama hat es verkannt, sich von Anfang an dagegen zu stellen und selber eine Kampagne zu machen und seine Erfolge effektiv zu kommunizieren."

Zu den eigenen Erfolgen des Präsidenten gehört die Gesundheitsreform. Diese wird in der Bevölkerung aber weniger wahrgenommen, als beispielsweise die Arbeitslosigkeit. "Die Arbeitslosigkeit hat inzwischen eine Dimension erreicht, an die Amerikaner einfach nicht gewöhnt sind", so Hans-Ulirch Klose, Koordinator der Bundesregierung für transatlantischen Beziehungen im Deutschlandfunk. Viele Leute hätten einfach Zukunftsangst, so Klose im Interview.

Dass die Bevölkerung enttäuscht von Obama sei und sich eine Stimmungslage jetzt auf Seiten der Republikaner schlage, glaubt Alexander Bonde von Bündnis 90/Die Grünen. Im Deutschlandfunk hegt er die Befürchtung, dass die republikanische Seite zudem stärker in eine populistische Ecke drücken werde. Bonde ergänzt, dass der Obama auf eine neue Mehrheit reagieren müsse. "Er wird da sehr viel stärker moderat auftreten müssen, Angebote an die Republikaner machen müssen, was aber nicht einfach wird."

Mehr als 218 Millionen US-Bürger sind zur Wahl aufgerufen. Erste Prognosen werden in der Nacht zum Mittwoch erwartet. Die ersten Wahllokale an der Ostküste schließen nach mitteleuropäischer Zeit um Mitternacht, die letzten an der Westküste am Mittwochmorgen um 04.00 Uhr unserer Zeit. Die Wahlbeteiligung bei den kombinierten Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2008 lag bei 56,8 Prozent. Bei den reinen Kongresswahlen 2006 hatten nur 37,1 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen.

Mehr zum Thema:

Die USA im Zeichen der Polarisierung - Obama vor der ersten Zwischenwahl

Mit halber Kraft voraus - Wie die US-Wirtschaft die Kongresswahlen beeinflusst

Timothy Garton Ash: Hypermacht USA steht in Frage - Britischer Historiker befürchtet weitere Schwierigkeiten für Obama im Fall einer Wahlniederlage

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Hans KeilsonEin verfolgter Schriftsteller, der nicht hassen wollte

Der Schriftsteller Hans Keilson, aufgenommen am 7.11.2008 (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Die Emigration wirbelte sein Leben durcheinander. Erst im hohen Alter erlebte der jüdische Arzt und Schriftsteller Hans Keilson, wie sein Werk und Wirken populär wurde. Spielfreude und Eleganz prägen auch seine Romane, Gedichte und Essays.

Argentinischer Filmemacher Fernando SolanasLeben zwischen Kunst und Politik

Fernando E. Solanas steht vor Palmen bei den Cannes Filmfestspielen 2015 (imago stock & people)

Neokolonialismus, Umweltzerstörung, die argentinische Regierung - Fernando Solanas hält sich mit Kritik nicht zurück. Mit seinen Filmen traf der Dokumentarfilmer und heutige Politiker den Nerv jener Generation, die in vielen Ländern gegen Ausbeutung und autoritäre Gesellschaftsstrukturen rebellierte.

Eine ganz normale NachrichtenwocheOhne Vertrauen keine Demokratie

Donald Trump kritisiert Deutschlands Asylpolitik via Twitter (Screenshot Twitter)

US-Präsident Trump und die Kanzlerin streiten über die Kriminalitätsstatistik. Ein Spektakel ähnlicher Art liefert sich Angela Merkel mit ihrem Innenminister. Es wird gefährlich für die Demokratie, findet Dlf-Nachrichtenchef Marco Bertolaso in seiner Bilanz einer inzwischen ganz normalen Nachrichtenwoche.

Yeneroglu zu Parlamentswahl in der TürkeiAKP-Politiker erwartet faire Abstimmung

Mustafa Yeneroglu, Abgeordneter der Großen Nationalversammlung der Türkei (AKP), aufgenommen am 24.04.2016 während der ARD-Talksendung "Anne Will" zum Thema "Abhängig von Erdogan - Zu hoher Preis für weniger Flüchtlinge?" in den Studios Berlin-Adlershof. Foto: Karlheinz Schindler (picture alliance/dpa/Karlheinz Schindler)

Der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu ist davon überzeugt, dass seine Partei bei den Wahlen eine "satte Mehrheit" bekommen wird. Zugleich begrüßte er im Dlf, dass dem Linken-Politiker Andrej Hunko als OSZE-Wahlbeobachter die Einreise in die Türkei verweigert wurde.

Serie "Klassisk drastisch" - Folge elfLili Boulanger - "Soir sur la Plaine"

Axel Ranisch (li.) und Devid Striesow (re.) "Klassik drastisch". (Deutschlandradio / Anja Schäfer)

Wie muss man sich Lili Boulanger vorstellen? Traurig und lichtdurchflutet - wie eine zarte Pflanze, deren Talent durch Krankheit und Tod leider viel zu früh verblühte? Axel Ranisch liebt ihre Kompositionen.

Ökonom zu Griechenland-Rettung"Griechenland ist weiterhin auf Hilfe Dritter angewiesen"

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras bei einer Rede in Athen, bei der er eine rote Krawatte trägt  (imago/Xinhua)

Griechenland verlässt das Euro-Rettungsprogramm und steht ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen. Der Ökonom Jens Bastian glaubt allerdings nicht, dass das Land wirklich über den Berg ist. Athen werde auch künftig die Wirtschaft nicht eigenständig ankurbeln können, sagte Bastian im Dlf.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Wahlen in der Türkei  Erdogan offiziell Sieger | mehr

Kulturnachrichten

US-Organisation erkennt Laura Ingalls Wilder Preis ab | mehr

 

| mehr